Heimwerken: Wie lackiere ich alte Möbel neu?

20.10.2005
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Wacki Bauer
www.philognosie.net
  

Mit Pinsel und Farbtopf verstehen nur wenige richtig umzugehen, obwohl viele mit besonderer Begeisterung den Pinsel schwingen. In diesem Tip erläutere ich ein paar wichtige Eckpunkte, die beim Lackieren von alten Holzmöbeln zu beachten sind.

Vorbereiten des Möbelstücks

Vor allem müssen Sie jedes Teil, das Sie streichen wollen, vorher gründlich r e i n i g e n. Ein Abwaschen allein genügt selten, besonders, wenn es sich um alte Farbreste handelt. Denn Sie dürfen nicht glauben, Sie könnten einfach auf eine vorhandene Farbe die neue auftragen, wenn die Fläche nur zuvor mit einem Lappen "gesäubert" worden ist.

MalerWenn die alte Farbe nicht rissig, sondern glatt und gut haftend ist, genügt es, sie mit Schmirgelpapier aufzurauhen. In allen anderen Fällen müssen Sie zu schärferen Mitteln greifen. Verwenden Sie spezielle Beizen zum Ablösen der vorhandenen Farbreste, so müssen Sie den Rückstand nach dem Beizen sorgfältig mit Wasser beseitigen, damit nicht der neue Anstrich von den Säureresten angegriffen wird. Wenn Sie mit Beizen arbeiten, besorgen Sie sich auch säurefeste Handschuhe - Beizen sind sehr aggressiv - sie lösen nicht nur alte Lackrückstände vom Holz, sondern greifen auch die Haut an.

Bevor Sie mit dem Lackieren des Holzmöbelstücks beginnen, sollte es trocken, sauber (alle Rückstände der Beize sind entfernt etc.) und staubfrei sein. Wenn Sie das Möbelstück mit Wasser gereinigt haben, sollten Sie es mindestens einen Tag in einem trockenen (am besten auch warmen) Raum durchtrocknen lassen. Wasserrückstände in den Poren des Holzes verhindern eine gute Haftung der neuen Lackierung und können zu Blasen und Enthaftungen (Rissen, Absplitterungen) führen.

Das Lackieren des Möbelstücks

Wenn Sie kein erfahrener Lackierer sind, fragen Sie am besten im Fachgeschäft nach, welche Beschichtung für Ihre Zwecke am besten geeignet ist. Normalerweise bekommt man heute schon überall Lacke, die schon fix und fertig (von der Viskosität - Flüssigkeitsgrad) eingestellt sind. Achten Sie darauf, daß die Beschichtung schon verarbeitungsfähig ist - d.h. die richtige Viskosität aufweist.

Es ist besser einen fertig eingestellten Lack zu kaufen, als selbst nachverdünnen zu müssen - hier können zu viele Fehler gemacht werden, da man als Laie weder die Pigmentierung, Deckkraft kennt bzw. meist kein Gerät (Viskosimeter) zum Einstellen der korrekten Werte hat. Wer zudem beim Lackieren die Umwelt schonen will, bekommt heute schon eine Menge Produkte angeboten, die mit dem "blauen Engel" (Markenzeichen für Umweltverträglichkeit der Beschichtung) versehen sind. Allerdings sind biologisch unbedenkliche Produkte heutzutage immer noch etwas teurer als die naturschädigenden Varianten.

Falls die Oberfläche etwas rau ist - z.B. durch alte Lackreste - können Sie das Möbelstück vorher mit einem Füller oder einer Grundierung versehen. Sind Risse oder Löcher vorhanden, müssen diese vorher mit einer Spachtelmasse abgedichtet werden. Als Grundregel gilt: Vor jeder neuen Lackierung den Untergrund noch einmal mit feinem Schleifpapier für die nachfolgende Lackschicht aufrauhen, damit diese besser haften kann. Am Besten legen Sie einige alte Zeitungen unter das Möbelstück - ein paar Spritzer beim Lackieren kann man nie vermeiden.

Zum Auftragen des Lackes auf ebenen Flächen empfehle ich Ihnen einen kleinen Roller zu kaufen. Hiermit können Sie die Schichtstärke des Lackes am Besten kontrollieren und vermeiden Riefen und Strichbildungen, die leicht entstehen können, wenn man Pinsel verwendet.

Vergewissern Sie sich - bevor Sie die Farbe auftragen, daß die Grundierung durchgetrocknet ist. Hier kann man zum Einen an der Grundierung riechen - riecht sie noch stark nach Lösungsmittel, so ist der Trocknungsprozeß noch nicht abgeschlossen. Man kann auch mit einem Finger auf die Grundierung drücken - ist der Fingerabdruck noch zu sehen, ist das ebenfalls ein Indiz dafür, daß sie noch nicht völlig ausgehärtet ist. Ein weiteres Indiz für eine durchgetrocknete Grundierung ist, daß sie beim Anschleifen "mehlt", d.h. ein feiner Staub entsteht. Wäre sie noch feucht, reibt man die Grundierung einfach mit dem Schleifpapier weg oder verschmiert die Poren des Schleifpapiers.

Nachdem das Möbelstück so vorbereitet wurde, können Sie den Lack mit dem Roller auftragen. Achten Sie darauf, daß Sie ihn gleichmäßig (überall sollte ungefähr dieselbe Schichtstärke aufgetragen werden) lackieren. Ich empfehle Ihnen jegliche Lackierarbeiten in geschlossenen Räumen - die möglichst staubfrei und trocken sein sollten - auszuführen. Im Freien kann es leicht passieren, daß Insekten sich auf die frisch lackierten Möbel setzten oder der Wind Dreck und Staub in die frisch lackierte Lackschicht einbringt. Ein Trick, um einen Raum - z.B. eine Garage - staubfrei zu machen, ist ihn vorher auszukehren und anschließend mit Wasser auszuspritzen. Am Ende müssen Sie das Möbelstück nur noch trocknen lassen.

Auch hier noch eine Tip: warten Sie vor dem Gebrauch lieber einen Tag länger. Viele Hersteller geben für die Trocknungzeiten sehr "optimistische Werte" an. Der Lack scheint dann zwar "äußerlich" schon trocken zu sein, löst sich aber schon bei geringer Reibung ab - er ist noch nicht völlig durchgehärtet.

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