Mental fit: Die Kraft der Gedanken

20.01.2005
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Peter Schipek
www.lernwelt.at

Willkommen - im Reich der Stimmen!

Aber Moment mal? Wo liegt dieses Reich eigentlich? Vor den Ohren, hinter den Ohren oder vielleicht zwischen den Ohren? Mal hier, mal dort? Wann ist es wo? Wofür ist es gut? Und - wer hat im Reich der Stimmen das Sagen? Kennen Sie das? Um Sie herum ist es mucksmäuschenstill, aber in Ihrem Inneren wird so laut geredet, dass Sie die Stille um sich herum gar nicht mehr mitbekommen?

Ihr Gehirn kann fast alles, außer - abschalten. Und wenn Sie ihm nichts zu tun geben, kramt es alte Erinnerungen hervor, spielt Situationen in der Zukunft durch oder erfindet etwas Neues. Ihr Gehirn macht alles Mögliche und manchmal auch das Unmögliche möglich, nur keine Pause!

Von den 50.000 Gedanken, die wir täglich denken, sind 36.000 flüchtiger und unbedeutender Natur 12.000 sind negativ und nur 1.500 sind aufbauende, hilfreiche Gedanken. Die naheliegende Frage ist: wieso? Wieso verschwenden wir so viel Energie auf negative Selbstgespräche? Wie sieht unser Leben aus, wenn wir das Verhältnis umkehren?

Willkommen im Reich der Stimmen!

"Das kann ich nicht." "Wie sieht das denn aus?" "So geht das nicht!" "Das kenne ich schon." "Ich schaff das nie!" Das sind Beispiele für negative Selbstgespräche. Die schlechte Nachricht: Wenn Sie sich in nörgelnde Selbstgespräche verstricken, programmieren Sie Ihr Gehirn, sich weiter in nörgelnde Selbstgespräche zu verstricken. Die gute Nachricht: Das ist nicht das Einzige, was Ihr Gehirn kann. Sie können den Mechanismus der inneren Stimmen auch nutzen, überholte Gewohnheiten und Überzeugungen zu verändern.

Wenn Sie zu Ihrer inneren Stimme so freundlich reden, dass sie Sie gut versteht, dann wird Ihre innere Stimme Ihren freundlichen Rat dankbar annehmen. Das ist das ganze Geheimnis - der Rest ist Übung.

Wie man innere Stimmen verändern kann

Würde man Kindern ein Mikrofon umhängen, würde sich vieles so anhören: "Das kannst du nicht, dafür bist du noch zu klein, das ist nur was für die Großen, bleib da weg …" Auch wenn "die Großen" dies in bester Absicht taten - diese Anweisungen haben Auswirkungen, die uns möglicherweise bis heute hindern und blockieren.

Vielleicht haben Sie Lust, entsprechende Sätze aus Ihrem Repertoire abzurufen und aufzuschreiben. Und sich im nächsten Schritt überlegen, ob Sie Ihre aktuellen Absichten noch unterstützen. Und in einem nächsten, alternative Sätze zu formulieren, die das tun. Und immer nachspüren, wie es sich anfühlt. Fühlt es sich gut an, könnte das eine neue "Programmzeile" sein. Eine unterhaltsame Übung ist es auch, die Sätze seiner inneren Stimme auf eine andere Art wiederzugeben und zu betonen.

Ist es ein Satz wie "das kannst Du nicht", lassen Sie ihn von einer Opernsängerin singen, oder legen Sie Zirkusmusik darunter. Allein das verändert bereits die Stimmung, die mit solchen Sätzen einhergeht - und unsere emotionale Reaktion.

So verändert man seine innere Stimme …

... und wie man sie stoppt ...

Von den 50.000 Gedanken, die wir täglich denken, sind viele reich bebildert, aber meistens bestehen sie aus - oft unvollständigen - Sätzen, die wir zu uns selber sagen oder murmeln. Das kann recht unterhaltsam sein, wenn wir uns eine angenehme, fröhliche Geschichte erzählen; oft aber ziehen wie dunkle Wolken am Horizont gewisse Sätze im Geist auf, die es nicht besonders gut mit uns zu meinen scheinen.

Dann schleichen sich, in unseren inneren Dialog langsam negative Ansichten über uns, die Welt und unsere Nachbarn ein … eine Gewohnheit, die sich durch ständige Wiederholung eine Festigkeit angeeignet hat, die uns prägt - und unser Bild der Welt bestimmt. Wir wissen aber auch, dass sich das Gefühl zu einem Menschen schlagartig ändern kann, wenn wir die Sätze ändern, mit denen wir über diesen Menschen denken.

Damit dieser Umschwung in der inneren Stimme gelingt, müssen wir vor allem eines beherrschen: die Kunst der kleinen Pause. Erst wenn das Karussell der ewigen Kommentare zum Stillstand gekommen ist, entsteht der andere Raum … der Umschwung von Stimme und Stimmung: die Kunst der kleinen Pause. Ob durchatmen und loslassen, ob mit einem lauten "Stopp!" – bewusst machen und bewusst stoppen.

Wählen Sie ein für Sie wichtiges Thema aus, ergänzen Sie die Sätze (am besten laut!) Machen Sie das so lange, bis es sich "stimmig" für Sie anfühlt ...

  • Ich kann … (zum Beispiel: meine Ziele erreichen, anderen zuhören, mehr Zeit für mich und meine Familie gewinnen, jederzeit meine innere Ruhe, bewahren)
  • Ich habe die Kraft zu …
  • Ich werde …
  • Ich habe die Fähigkeit zu …
  • Ich bin überzeugt, dass …

Unsere Energie fließt dahin, wohin wir unsere Aufmerksamkeit lenken. Und je klarer und konzentrierter wir unsere Absicht auf etwas lenken, desto mehr Energie fließt. Aufmerksamkeit ist wie ein Laserstrahl. Aber warum konzentrieren wir uns häufiger auf das, was wir nicht wollen, statt darauf, was wir wollen?

Der Wechsel unserer Aufmerksamkeit auf positiv Dinge und Prozesse bündelt unsere Energie und bringt sie zum Fließen. Viele der hier vorgestellten Techniken sind Werkzeuge der Veränderung: Bilder, Worte, Gefühle und eine Haltung. Benutzen Sie sie weise, hören Sie auf Ihr Herz – und nehmen Sie sich Zeit!

Sie können sich nicht nicht verändern - und weniger ist oft mehr.

Seien Sie nicht ungeduldig oder zu streng mit sich selbst: Alles braucht seine Zeit.

Teile der Texte mit freundlicher Genehmigung von Micky Remann, Lutz Berger.
Homepage: http://lutzland.de

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von Peter Schipek

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