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Gute
Vorträge vor einem größeren Publikum zu halten, ist keine simple
Angelegenheit. Falls Sie einmal in die Situation kommen, in einem größeren
Saal oder einer Halle, eine Rede zu halten, muß ihre Stimme von einem
Mikrofon verstärkt werden. Dies hat für Sie den Vorteil, daß
Ihre Stimme auch noch in den hinteren Reihen gut vernehmbar ist. Aber es gibt
auch einige Nachteile, z.B. die Einschränkung der Bewegungsfreiheit oder
das Verstärken von Schluck- oder Schmatzgeräuschen.
Damit Ihnen die typischen Anfängerfehler erspart bleiben, habe ich in diesem Artikel einige wichtige Eckpunkte zusammengestellt, die für eine erfolgreiche Rede mit Mikrofon wichtig sind.
Bevor ich jedoch auf den speziellen Umgang mit dem Mikrofon eingehe, will ich Ihnen ein paar allgemeine Tips zur Vorbereitung und Einstimmung auf die Rede ans Herz legen. Da Reden normalerweise bei besonders wichtigen Anlässen gehalten werden, sollten Sie die Wirkung Ihrer Rede auf das Publikum nicht dem Zufall überlassen. Sowohl eine gelungene - als auch eine verpatzte - Rede kann den Zuhörern noch lange im Gedächtnis bleiben. Eine Rede kann eine sehr große Wirkung entfalten, wenn Sie mitreißend gehalten wird.
Als Faustregel gilt: "Es gibt keine langweiligen Themen - es gibt nur schlechte Redner!"
Eine gut gehaltene Rede kann die emotionale Stimmung Ihrer Zuhörer maßgeblich beeinflussen. Sie haben die Fäden in der Hand, um die Aufmerksamkeit Ihrer Zuhörer zu lenken. Neben dem gesprochenen Worten ist auch die Stimmodulation und die Gestik und Mimik von entscheidender Bedeutung. Ein fröhliches Thema kann einschläfernd wirken, wenn der Sprecher monoton spricht. Eine motivierende Rede kann durch fehlende Gestik abgeschwächt werden oder nicht authentisch wirken.
Die drei Eckpunkte einer guten Rede sind:
a) ein ansprechender Text
b) eine dem Inhalt entsprechende (möglichst authentische wirkende) Gestik
und Mimik
c) eine der Stimmung angepaßte Stimmodulation
Ich empfehle Ihnen den Vortrag zu üben. Halten Sie ihn probeweise Zuhause oder am Veranstaltungsort. Wenn Sie ihren Text ablesen, versuchen Sie ihn zu verinnerlichen, um Ihre gestalterische Freiheit zu vergrößern. Blicken Sie so selten wie möglich auf das Manuskript, sondern sehen Sie Ihr Publikum an. Damit erzeugen Sie den Eindruck, die Menschen persönlich anzusprechen.
Sie können Betonungen, Pausen oder Schlagwörter in dem Manuskript markieren, damit Sie die wichtigen Passagen auf einen Blick erfassen. Nehmen Sie einen Marker mit - es gibt häufig noch kurz vorher etwas zu ändern oder zu verbessern.
Damit
Sie vorher einen Eindruck Ihrer eigenen Stimme gewinnen können, nehmen
Sie die Rede Zuhause auf einem Tonband auf. So bekommen Sie ein Gefühl
für die Stimmodulation Ihrer eigenen Stimme und können Ihre Stimme
so hören, wie Sie beim Publikum ankommen wird. Falls Sie die Möglichkeit
haben, machen Sie eine Sprechprobe vor Ort. So können Sie die Akustik des
Raumes wahrnehmen und Ihre Stimme dem Raumklang anpassen. Lassen Sie das Mikrofon
so einstellen, daß Ihre Stimme mühelos den Raum füllt und Sie
eine bequeme Position beim Sprechen haben.
Wenn Sie das Mikrofon in die Hand nehmen müssen, achten Sie darauf, es nicht am Mikrofonkopf anzufassen. Dadurch können Rückkopplungen und lästige Pfeifgeräusche entstehen. Bei einem festmontierten Mikrofon, sollten Sie den Mikrofonkopf auf eine optimale Position einrichten. Sie sollten bequem davor stehen oder sitzen können. Achten Sie auf die Position Ihres Publikums - das Mikrofon sollte Ihr Gesicht nicht verdecken oder Sie zu einer gebeugten Haltung zwingen.
Testen Sie Ihren Bewegungsspielraum vor dem Mikrofon:
Bedenken Sie bereits beim Üben der Rede, daß das Mikrofon alle Geräusche verstärkt - also auch Ihren Atem, Schmatzen oder Schlucken. Versuchen Sie diese Geräusche zu vermeiden.
Ungeübte
Redner haben die Angewohnheit, beim Testen des Mikrofons in die Membran zu pusten
oder mit der flachen Hand darauf zu klopfen. Dies wirkt unprofessionell - lassen
Sie es sein! Am besten legen Sie sich vorher einen "Testsatz" zurecht,
mit dem Sie dieselbe Wirkung erzielen können.
Beispielsweise: "Ich gehe davon aus, daß alle Anwesenden meine Stimme gut hören können und die Übertragungsanlage gut funktioniert."
Stellen Sie sich sicherheitshalber ein Glas Wasser (ohne Kohlensäure) bereit. In der Aufregung kann man schnell einen trockenen Hals oder Mund bekommen. Außerdem können Sie den Speichelfluß anregen, indem Sie die Zunge locker im Mundraum kreisen lassen bzw. Kaubewegungen machen.
Sie sollten direkt vor der Rede keine schweren Speisen gegessen und keine Nahrungsmittel zu sich genommen haben, die Mund oder Rachenraum verkleben könnten.
Viel Erfolg bei Ihrer nächsten Rede!
Wert 3.6 |
Thema: 3.6 | Information: 3.7 | Verständlichkeit: 3.4 |
| Stimmen: 9 | Legende: 5: super - bis 1: erträglich |
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