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Open Source bedeutet übersetzt soviel wie "offene Quellen" und meint in der Praxis, dass ein Programmierer den Quellcode seines Programms öffentlich zugänglich macht. Dies ermöglicht es anderen Programmierern sich an der Gestaltung des Programms zu beteiligen, d.h. eigene Komponenten, Features oder Funktionen hinzuzufügen.
Sowohl das entstehende Programm als auch der Code sind öffentlich zugänglich und können von Anwendern kostenlos benutzt werden. Auf diese Weise werden von Programmierern über Jahre teils hochkomplexe und anwenderfreundliche Programme entwickelt. Das berühmteste Beispiel dürfte die Entwicklung des Betriebssystems Linux sein, das sogar großen Software-Konzernen wie Microsoft Konkurrenz gemacht hat.
Da viele Open-Source-Projekte bereits seit Jahrzehnten beweisen, dass die freie und konstruktive Zusammenarbeit von Menschen, die ein gemeinsames Ziel verfolgen, einwandfrei funktioniert, könnten diese freien Software-Projekte auch als Mustervorlage zum Aufbau einer neuen Gesellschaft dienen.
Um das Thema besser zu verstehen, sollten wir uns zuerst mit der Entstehung freier Software-Produkte, den Hauptzielen der Open-Source-Bewegung und der Motivation der freien Software-Entwickler zum Erreichen dieser Ziele auseinandersetzen.
Im Anschluss werden wir dann die Entstehung und die Hauptziele der Open-Source-Bewegung mit denen einer Informationsgesellschaft vergleichen. Zudem sehen wir uns die Motivation der freien Software-Entwickler an und wollen prüfen, ob diese auch auf andere gesellschaftliche Modelle und Funktionen anwendbar sind.
Am Ende wollen wir uns der Frage widmen, ob Open-Source-Projekte - wie etwa das Betriebssystem Linux - auch als Mustervorlage zum Aufbau einer neuen Gesellschaft dienen können.
Freie Software entsteht grundsätzlich - wie viele andere Problemlösungen (Produkte und Dienste) - nicht auf Befehl eines Vorgesetzten, Chefs oder Auftraggebers, sondern durch selbstgesteuertes und selbstorganisiertes Denken und Handeln.
Am Anfang steht immer ein Problem, das man aus sich selbst heraus lösen möchte. Der Erfolg stellt sich dabei in der Regel ein, wenn für die Lösung des Problems die eigenen Begabungen und das bereits gelernte Fach- und Erfahrungswissen eingesetzt werden können.
Die Motivation, nicht aufzugeben, sondern beharrlich an der Lösung des Problems zu arbeiten, entsteht dann, wenn man von dem Problem leidenschaftlich erfasst wird, die Lösung und das Umfeld, in dem an der Lösung gearbeitet wird, den eigenen Wertvorstellungen entspricht und man seine Begabungen optimal bei der Bearbeitung der Lösung einbringen kann.
Tim Berners-Lee wollte 1990 die Informationsflut, die am europäischen Hochenergiephysikzentrum CERN produziert wird, in den Griff bekommen und begann, das WWW-Protokoll zu entwickeln.
Der finnische Informatikstudent Linus Torvalds wollte ein Unix für seinen 386-er PC, fand aber keines, das seinen Ansprüchen gerecht wurde und begann Linux (Linus Unix) zu entwickeln.
Neben den freien Software-Projekten gibt es bereits Netzwerke, die das Open-Source-Prinzip auf andere Bereiche ausgeweitet haben, wie beispielsweise ...:
Angestoßen wurde die Open-Source-Bewegung von Richard Stallman, der 1984 das GNU-Projekt und 1985 die Free Software Foundation gründete. Seine Definition von "Freier Software" gilt auch heute noch als Standard.
Die von ihm formulierte GNU GPL (General Public Licence) beinhaltet die Regeln, deren Einhaltung notwendig sind, damit bestimmte Informationen bzw. das damit konstruierte Wissen (der Quellcode einer Software) für faire Teilnehmer möglichst frei nutzbar ist und trotzdem vor unfairen Zeitgenossen so gut wie möglich geschützt wird.
Laut den Regeln der GNU GPL darf der Anwender die Software wie folgt nutzen:
Eine interessante Frage, die im Netscape Public License FAQ gestellt wurde, lautete: "Wenn die Quellen frei sind, wozu braucht ihr dann eine Lizenz?"
Eine interessante Antwort auf diese Frage war:
"So gesehen kann die Codebasis als Ressource angesehen werden, wie ein See oder die Luft, die wir atmen, und wir brauchen Grundregeln, die sicherstellen, dass diese Ressource erhalten und verbessert wird, zum Beispiel, indem wir dazu ermuntern und sogar zu einem gewissen Grad vorschreiben, dass Entwickler etwas in die gemeinsame Codebasis zurückgeben."
(Volker Grassmuck, Freie Software - Zwischen Privat- und Gemeineigentum, S. 401)
Als Schlüsselerlebnis nennt Stallman eine Episode Anfang der 80er um einen Xerox-Netzwerkdrucker am MIT.
"Es kam regelmäßig vor, dass jemand einen Druckauftrag abschickte und einige Zeit später in den Raum ging, wo der Drucker stand, nur um festzustellen, dass sich das Papier gestaut hatte oder ausgegangen war. Stallman wollte nun eine Funktion einfügen, die den Druckerstatus direkt am Arbeitsplatz anzeigte. Er fand auch jemand bei Xerox, der den Quellcode des Drucker-Treibers hatte, doch weigerte dieser sich, ihn herauszugeben, da er sich zur Nicht-Weitergabe verpflichtet hatte.
In dieser Erfahrung verdichtete sich der neue Geist der Zeit - ein praktisches Problem stellte sich, die Lösung besteht darin, eine bestehende Software um eine Funktion zu erweitern. Früher hätte man den Autor der Software um den Quellcode gebeten und hätte diesen fortgeschrieben - die Technologie wäre für alle nützlich geworden. Doch jetzt stand vor dem Quellcode und vor einer Kooperation von Programmierern eine Mauer namens "geistiges Eigentum".
Eine Lösung war damit nicht unmöglich geworden, doch die Firma zu bitten, die Funktion zu implementieren und im nächsten Update zu verbreiten, ist langwierig und unsicher, und eine Dekompilierung ist mühsam, zeitraubend und nur in engen Grenzen legal.
Stallman fragte sich also, was er tun könne, um erneut die Voraussetzungen für eine Gemeinschaft zu schaffen. Um einen Computer zu betreiben, benötigt man zuallererst ein Betriebssystem. Betriebssysteme waren eines von Stallmans Spezialgebieten. Also startete er 1984 das GNU-Projekt." (Volker Grassmuck, Freie Software - Zwischen Privat- und Gemeineigentum, S. 222).
Im Moment fehlt unserer Gesellschaft ein gemeinsames Ziel, in dem jeder von uns auch einen großen Nutzen für sich selbst erkennen kann. Formulieren wir ein neues gemeinsames Ziel: Machen wir uns auf den Weg, um unsere individuelle Lebensaufgabe zu finden und schaffen wir uns die Umgebung, in der wir diese Aufgabe auch ausführen können.
Bei dieser CD handelt es sich um einen Selbstlernkurs. Lernen Sie, wie Sie sich mit Hilfe des Internets autodidaktisch in beliebige Themen-/Fachgebiete einarbeiten und effektiv Probleme lösen können. Erfahren Sie dabei die vielfältigen Möglichkeiten, die Ihnen das Internet zur Erfüllung Ihrer individuellen Bedürfnisse und Wünsche bietet.
Wert 4.5 |
Thema: 4.5 | Information: 4.5 | Verständlichkeit: 4.5 |
| Stimmen: 2 | Legende: 5: super - bis 1: erträglich |
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