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Als umweltbewußter Mensch kommt man bei dem Thema "Fischverzehr" sehr leicht in das vorprogrammierte Dilemma zwischen gesunder Ernährung und Nachhaltigkeit. Fisch ist gesund und schmeckt - aber vielleicht nicht mehr lange! So empfehlenswert Fisch als gesundes Nahrungsmittel ist - so bedenklich ist die maßlose Überfischung der verbliebenen Bestände. Wie sollte man in dieser Situation als verantwortlicher Mensch reagieren?
Aus gesundheitlichen Gründen empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung
einen Verzehr von ein bis zwei Fischportionen pro Woche. Aus der Perspektive
gesundheitsbewußter Ernährung sicher eine empfehlenswerte Sache. Nur darf man in
der heutigen Zeit die Dinge nicht mehr nur aus einer Perspektive beleuchten.
Was für Ihre Gesundheit ein Segen ist, bedeutet für die Fischbestände eine weitere
radikale Abfischung der kläglichen Restbestände in den Weltmeeren.
Schon ein bundesweiter Verzehr von einer Portion Fisch pro Woche (200 Gramm) würde bedeuten, dass der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland um 43 % zunimmt. Derartige Fischmengen lassen sich nicht auf umweltschonende und nachhaltige Art und Weise gewinnen. Nach den Kriterien des WWF (World Wildlife Fund) stammt nur gut ein Viertel der in Deutschland verzehrten Speisefische aus nachhaltiger Fischerei, 75 Prozent der weltweiten Fischbestände sind überfischt oder werden bis an Ihre Grenzen befischt. Dies sollte für jeden ökologisch denkenden Menschen ein gewichtiger Grund sein, über sein Konsumverhalten nachzudenken. Immerhin kann es uns nicht daran gelegen sein, uns gesund zu ernähren, wenn diese Ernährungsform die gesamten Bestände der Weltmeere gefährdet. Wer langfristig denkt, sollte hierbei auch seine Kinder im Blick behalten - schließlich tragen wir auch der nachfolgenden Generation gegenüber eine Verantwortung.
Natürlich bleibt in dieser Situation die Generalfrage: Was kann man sinnvollerweise tun? Beliebte, aber gefährdete deutsche Speisefische wie Kabeljau, Scholle oder Alaska-Seelachs sollten nach Auffassung des WWF überhaupt nicht mehr gekauft werden. Wenn Sie für der Umwelt also etwas Gutes tun wollen, schränken Sie sich bei diesen Fischarten entweder sehr stark ein, oder unterlassen Sie deren Verzehr ganz.
Grünes
Licht erhielten zum Beispiel Alaska-Wildlachs, Hering, Makrele, Seelachs und
Zander. Bedenken Sie - Sie als Verbraucher können einen positiven Einfluss durch
gezieltes Kaufverhalten auf die Fischerei ausüben. Damit wir auf dieses gesunde
Nahrungsmittel nicht ganz verzichten müssen, hat die Verbraucher-Zentrale Hamburg
und Bremen einen "Einkaufsführer Fisch" veröffentlicht. In der anschaulich gestalteten
Broschüre erfahren Verbraucher, welche Bestände noch intakt sind und was hinter
dem MSC-Siegel, dem Logo für verantwortungsvollen Fischfang steckt. Außerdem
finden Sie weitere wertvolle Informationen zu diesem Thema auch im Internet
auf der Seite des World
Wildlife Fund.
Der Einkaufsführer ist kostenlos erhältlich bei:
WWF Deutschland
Rebstöcker Straße 55
60326 Frankfurt
Verbraucherzentrale des Landes Bremen
Altenweg 4
28195 Bremen
Bitte einen mit 1 Euro frankierten und an sich selbst adressierten Rückumschlag im DIN-A4 Format (22x11cm) beilegen.
Leo Frühschütz, Gesa Maschkowski
Wert 4.1 |
Thema: 4.7 | Information: 4 | Verständlichkeit: 3.7 |
| Stimmen: 3 | Legende: 5: super - bis 1: erträglich |
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