Partnersuche Online: Die 11 Todsünden beim Flirten im Internet

12.11.2003
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Bewertung 4.6
Heiko Diadesopulus
www.philognosie.net
  

6. Zuviel Flirts auf einmal beginnen

Einige euphorische Singles legen gleich nach dem erfolgreichen Einloggen in eine Partnerseite los und bewerben sich bei einer Vielzahl an Partnern. Das peinliche Erwachen kommt meist dann, wenn man bei der Masse an Antworten die einzelnen Kontakte kaum mehr voneinander unterscheiden kann. Außerdem kann es passieren, dass man auch die Spammails nicht mehr erkennt, da man selber nicht mehr weiß, ob Eva, Herbert, Silvia etc. ein wirklicher Kontakt ist oder ob man noch nie mit diesem Menschen zu tun hatte.


Mein Tipp:

Setzen Sie bei Ihrer Partnersuche nicht auf Masse, sondern auf Qualität! Sie stehen nicht unter Zeitdruck! Wählen Sie sich die Angebote nacheinander aus und behalten Sie Ihre Kontakte im Überblick.

Es gibt nichts Peinlicheres als Namen oder Daten von Kontaktpersonen im Schriftverkehr zu verwechseln. Je persönlicher Sie auf Ihr Gegenüber eingehen, desto eher erzeugen Sie den Eindruck, dass Sie Ihren Kontaktpartner als Mensch ernst nehmen. Die Leute merken sehr schnell, wenn Sie mit belanglosen oder allgemeinen Sprüchen abgefertigt werden.

Schließlich gehen die meisten Menschen zu einem Partnerdienst, um wieder mehr persönlichen Kontakt zu finden und als Mensch von anderen anerkannt/ geliebt zu werden.

7. Seitensprung mit Nebenwirkungen

In unserer modernen Gesellschaft kommen Seitensprünge immer mehr in Mode. Die Partnerprogramme scheinen es einem dabei leicht zu machen. Sie bieten unverbindliche und anonyme Kontakte an, die das Eheleben nicht unnötig belasten sollen. Gerade professionelle Damen wittern hier ihr Zielpublikum. Wenn jemand schon mal fremdgehen will, warum nicht gegen Geld? Sehen Sie sich die Angebote dieser Art also besonders genau an!

Jemand, der wirklich einen anonymen Seitensprung sucht, wird nicht freizügig mit Nacktfotos oder pornografischen Texten werben. Anonym bleiben Seitensprünge nur dann, wenn man vorsichtig mit seinen Daten umgeht und sich seine Partner sehr genau aussucht. Geben Sie auch hier Ihre sexuellen Wünsche, Vorlieben und Neigungen korrekt an. Es nutzt keinem der Beteiligten, wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass Sie ganz anders gepolt sind.

Es soll dabei immer wieder vorkommen, dass man sogar den eigenen Partner im Netz findet. Wer lange zusammen ist, entwickelt mit der Zeit auch ähnliche Interessen. Sehen Sie sich die Profile der Suchenden genau an - Sie wären nicht der Erste, der sich mit seiner eigenen Frau in einer anderen Stadt verabredet - umgekehrt natürlich auch.

8. Desinteresse kaschieren

Dieser Tipp ist vor allem für Frauen gedacht, die davon ausgehen, dass sich lästige Verehrer irgendwann selbst abmelden, wenn man sie nur lange genug schmoren lässt.

Mein Tipp:
Sagen Sie den Menschen, was Sie denken! Zeigen Sie Ihre Zustimmung und Ablehnung direkt, sodass Ihr Gegenüber weiß, was er/sie von Ihnen zu erwarten hat. Je indirekter Sie vorgehen, desto aufdringlicher können manche Menschen werden. Beachten Sie bitte, dass ich hier von ehrlichem und direktem Vorgehen spreche und nicht von ungehobelter Herabwürdigung!

Wenn Sie jemanden nicht akzeptabel finden, sagen Sie ihm dies mit freundlichen, aber bestimmten Worten. So herrschen für beide Seiten klare Verhältnisse. Die Erfahrung zeigt, dass offensivere Frauen kaum Probleme mit aufdringlichen Männern haben. Auch Männer sind keine Holzklötze, sondern im persönlichen Kontakt besonders sensibel. Immerhin setzt ein Mann bei einer Werbung sein Selbstbewusstsein aufs Spiel. Eine Abfuhr kann die Gefühle sehr leicht verletzen oder einen Knacks im Selbstbewusstsein hinterlassen.

9. Die Falle der eigenen Erwartungshaltungen

Wenn Sie so weit gekommen sind, dass Sie einen persönlichen Kontakt zu einem interessanten Menschen aufgebaut haben, wird es irgendwann zum ersten Treffen im Reallife kommen. Wir können es nicht vermeiden uns schon beim reinen Lesen von E-Mails Vorstellungen und Fantasien zu machen. Wer mag wohl der Märchenprinz(essin) auf der anderen Seite sein? Unsere Fantasie macht selbst aus Fröschen noch einen Märchenprinzen.

Bedenken Sie - Ihre Vorstellung ist Ihre Vorstellung! Ein Mensch ist ein unendlich komplexes Wesen mit Makeln und Fehlern. Den perfekten Partner gibt es nur in Ihrer Vorstellung, aber nicht auf diesem Planeten. Wer sich in seine eigene Vorstellung verliebt, hat keinen Platz mehr für echte Menschen in seinem Herzen! Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie mit dieser Einstellung eine Enttäuschung nach der anderen erleben.

Mein Tipp:
Vergessen Sie Ihre Wünsche und Vorstellungen beim ersten Treffen mit Ihrem Wunschpartner! Er hat gegen Ihre Fantasie keine Chance! Versuchen Sie sich vorzustellen, welche Fehler und Makel er haben könnte und fragen Sie sich, ob Sie ihn dann trotzdem noch lieben. Fragen Sie sich, mit welchen Macken Sie umgehen können. Ich garantiere Ihnen - Sie werden welche finden!

10. Forsches Vorgehen oder endloses Palavern

Ein Flirt ist eine sensible Angelegenheit, bei der sich Interessierte vorsichtig beschnüffeln. Man ist noch unsicher und versucht den anderen erst einmal kennenzulernen, bevor man persönlicher wird. Wenn Sie ihren Flirt gleich zu Anfang in Sack und Asche reiten wollen, müssen Sie nur:

  • ... mit der Tür ins Haus fallen oder ...
  • ... sich endlos Zeit lassen und möglichst indirekt und unverbindlich bleiben

Die eigentliche Kunst beim Flirten ist, den richtigen Zeitpunkt zu treffen, an dem der Partner signalisiert, dass er willig ist mit Ihnen verbindlicher zu werden. Fallen Sie nicht mit der Tür ins Haus ala "wollen wir nun endlich miteinander schlafen". Das Gegenteil ist genauso tödlich - schreiben keine Sie tapetenlangen E-Mails, philosophieren Sie nicht endlos herum und halten Sie Ihre Interessen nicht im Verborgenen. Bei jedem Flirt gibt es einen Punkt "of no return". Wenn Sie zu schnell oder zu langsam sind, hat sich die Sache erledigt.

Mein Tipp:
Sprechen Sie Ihre Interessen an - sagen Sie Ihrem Gegenüber, ob Sie ihn/sie sympathisch oder unsympathisch finden. Suchen Sie feinfühlig den Punkt, an dem Ihr Partner zu erkennen gibt, dass er nun für "mehr" bereit ist. Machen Sie sich keine Illusionen - diesen Punkt kann man nicht mechanisch beschreiben. Er ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Letztlich werden Sie über ihr eigenes Feeling und Ihre Erfahrungen lernen müssen, ihn zu erkennen.

11. Prahlen - der kleine Narziss

Es gibt kaum etwas Abschreckenderes, als Menschen, die ihre Fähigkeiten über den grünen Klee loben. Die Partnersuche ist kein Ort "Fans" zu werben - zumindest nicht, wenn man einen gleichberechtigten Beziehungspartner sucht.

Menschen, die sich selbst in den Mittelpunkt stellen, sehen zuerst sich selbst, dann ihr Prestige, dann ihre Zahnbürste und zuletzt Menschen - oder besser - Bewunderer. Sie funktionalisieren andere gern zu dumpfen Fans ihrer Selbstglorifizierung. Wer keinen gleichwertigen und gleichberechtigten Partner neben sich dulden kann, ist bei der Partnersuche falsch - werden Sie Rockstar und lassen Sie andere zufrieden.

Leider wird oft nicht erkannt, dass man bei der ganzen Prahlerei andere eher abschreckt als anzieht. Bescheidenheit ist für viele ein Zeichen dafür, dass man selbstkritisch mit sich und anderen umgehen kann. Beachten Sie bitte - ich spreche von "Prahlen" und nicht von dem Darstellen Ihrer echten Stärken! Ein selbstkritischer Mensch vermag sowohl seine Stärken, als auch seine Schwächen zu sehen und zu formulieren. Wenn Sie beide Seiten darstellen können, wirken Sie für andere ehrlich und authentisch!

Viel Erfolg beim Flirten!

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