Online-Bewerbung: Wie bewerbe ich mich per E-Mail?

09.10.2003
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Tony Kühn
www.philognosie.net
  

Das Medium Internet ist mit seinen vielen kommunikativen Möglichkeiten kaum mehr aus unserem Alltag wegzudenken. E-Mails sparen Zeit, Geld und Mühe. Kein Wunder also, daß die Form der Online-Bewerbung mittlerweile gesellschaftsfähig geworden ist. Der Bewerber hat die Möglichkeit, sein Anliegen dem potentiellen Arbeitgeber schnell und unkompliziert zukommen zu lassen. Damit Sie mit Ihrer Bewerbung erfolgreich sind, muß aber auch hier die Form und ein guter Stil gewahrt werden. In diesem Artikel sind die wichtigsten Kriterien zusammengefaßt, die Sie bei Ihrer Bewerbung beachten sollten.

1. Was sagt meine E-Mail-Adresse über mich aus?

Benutzen Sie keine "billig" E-Mail-Adresse von GMX, Yahoo oder anderen kostenlosen Anbietern. Diese sind mittlerweile im Netz bekannt und vermitteln den Eindruck, daß der Versender kein Geld hat sich etwas anständiges zu leisten. Wenn Sie z.B. eine "ihr_name@domain.de" von t-online besitzen, nutzen Sie diesen Account zum Bewerben. Außerdem sagt der Name des Accounts ebenfalls einiges über den Besitzer aus. "Kung-Fu-Josef@t-online.de" mag zwar ein guter Gag sein, ist aber für Bewerbung völlig ungeeignet. Am besten eigenen sich hier neutrale Namen (z.B. "hannes.meissner@t-online.de") oder Namenskürzel für einen positiven Eindruck.

2. An welche Adresse sende ich meine Online-Bewerbung?

Viele Unternehmen verfügen sowohl über eine allgemeine Firmenadresse, als auch über persönliche Kontaktadressen ihrer Mitarbeiter. Eine direkte Anfrage an den Personalleiter oder speziellen Ansprechpartner der Firma ist die sicherste Wahl. Ansonsten kann es leicht passieren, daß Ihre Bewerbung in der Masse von Spam und allgemeinen Anfragen untergeht oder nicht korrekt weitergeleitet wird. Titulieren Sie Ansprechpartner in der E-Mail mit Namen. Ansonsten kann schnell der Eindruck entstehen, daß Sie eine Serienmail abgeschickt haben.

3. Wohin kommt mein Absender?

Bei einer E-Mail-Bewerbung sollte der Absender am Ende und nicht am Anfang der Mail aufgeführt werden. Dort sollte Ihre komplette Adresse stehen, mit Telefon- (Handy) und Faxnummer sowie Ihrer genauen E-Mail-Adresse.

4. Wie sollte ich die Bewerbung formulieren?

Es gibt immer noch einige E-Mail-Programme, die Umlaute in unlesbare Steuerzeichen verwandeln. Wenn sie auf Nummer sicher gehen wollen, wandeln sie die Umlaute "ä", "ö", "ü" und "ß" immer in "ae", "oe", "ue" und "ss" um.

5. Umgangsformen berücksichtigen

Die Umgangsformen werden im allgemeinen zwar immer legerer, aber eine gewisse Etikette zu wahren, ist gerade im Berufsleben immer noch aktuell. Verwenden Sie "Sie-Anreden" anstatt flapsige "Du-Anreden" für Ihre Ansprechpartner. Außerdem sollten sämtliche Grußformeln und Höflichkeitsregeln in Ihrer E-Mail enthalten sein.

6. Betreffzeile: Der erste Eindruck zählt

Die Betreffzeile ist bei jeder Online-Bewerbung besonders wichtig, da sie das Erste ist, was der Empfänger der E-Mail liest. Daher ist es sinnvoll, nicht nur das langweilige Wort "Bewerbung" zu liefern, sondern eine kurze prägnante Überschrift, die den Leser neugierig macht. Achten Sie darauf, schon in der Betreffzeile den Eindruck eines persönlichen Anschreibens zu erwecken. E-Mails die nach Serienbriefen oder Spam aussehen, landen normalerweise umgehend im Papierkorb. Ein besonders schwerwiegender Fehler wäre, den Betreff ganz wegzulassen.

7. Das Anschreiben: In der Kürze liegt die Würze

Schreiben Sie keine "Tapeten-Mail", die man endlos scrollen muß. Gehen Sie davon aus, daß Ihr Ansprechpartner wenig Zeit hat und alle wesentlichen Informationen auf maximal einer Bildschirmseite lesen will. Die meisten Menschen lesen Ihre E-Mails gleich auf dem Bildschirm. Damit der Leser den Überblick behält, formatieren Sie Ihr Anschreiben übersichtlich in kurze und klare Absätze.

Wer sein Anschreiben lieber als Anhang versenden will, sollte dies am besten vorher telefonisch abklären, da es eher unüblich ist. Hier können Sie auch Fragen, welche Art des Anschreibens dem Ansprechpartner am liebsten ist. Falls Ihr Ansprechpartner Ihr Anschreiben ausdrucken will, ist es förderlich eine Word-Kopie in den Anhang beizugeben.

Welche Fragen sollte das Anschreiben beantworten?

  • Wie haben Sie von der Arbeitsstelle erfahren?
  • Was interessiert Sie an dieser Arbeitsstelle besonders?
  • Welche Qualifikation bringen Sie mit?
  • Welche besondere Berufserfahrung haben Sie gesammelt?
  • Welche sonstigen Kenntnisse haben Sie erworben? (Volkshochschule, Praktikum, Kurse etc.)
  • Haben Sie besondere Referenzen? (ehemalige Chefs, die sich für Sie einsetzen würden)
  • Geben Sie die Anhänge an.

8. Anlagen

Fügen Sie der Mail beim ersten Kontakt folgende Anlagen als Anhang hinzu:

  • Kopie des Anschreibens
  • Lebenslauf

Senden Sie nur gängige Formate (z.B. ".txt" oder ".doc") als Anhänge. Machen Sie sich klar, daß Sie Ihrem Ansprechpartner die Arbeit erleichtern wollen. Ein besonderes Ärgernis sind E-Mails über 400 Kilobyte (etwa 15 Seiten Word-Dokumente). Denken Sie daran, daß die Bewerbung per E-Mail dazu dienen soll, einen ersten guten Eindruck zu hinterlassen, der zu einem Bewerbungsgespräch führen soll. Selbst wenn ein Personalleiter zusätzlich eine schriftliche Bewerbung mit vollständigen Unterlagen von Ihnen verlangt, können Sie dies ebenfalls als Erfolg werten. Sie haben dann schon einen Stein im Brett.

Viel Erfolg!

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