Betrug beim Abheben: Wie Sie manipulierte Geldautomaten erkennen können

08.02.2012
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Dirk Schulte
www.dasoertliche.de

Der Datenklau an Geldautomaten - kurz: Skimming - ist noch immer eine weitverbreitete, kriminelle Praxis – und das nicht nur hierzulande, sondern auch im Ausland. Über spezielle Lesegeräte, die an den Automaten angebracht werden, ist es möglich, die auf dem Magnetstreifen der Geldkarte hinterlegten Daten zu speichern.

In Kombination mit unauffällig angebrachten Kameras in Tastaturnähe gelangen die Täter zusätzlich an die zugehörige PIN, kopieren die Daten auf Kartenrohlinge und können damit später Geld von den Konten der Opfer abheben. Wenngleich die Fallzahlen im vergangenen Jahr gesunken sind, weil das Geldabheben über den Magnetstreifen nur noch an Automaten im Ausland möglich ist, sind Verbraucher zur Vorsicht aufgerufen. Wer einige Tipps beherzigt, kann sich wirkungsvoll schützen.

Skimming: Unterschiedliche Methoden – ein Ziel

Betrug beim Abheben am Geldautomaten Skimming Tipps Ratschläge HilfeIn der Regel nutzen die Täter spezielle Hardwaresysteme, um Kartendaten ausspionieren zu können. Diese werden in den meisten Fällen jedoch so geschickt angebracht, dass sie weder auf den ersten Blick zu erkennen, noch etwa durch Rütteln am Automaten einfach zu entfernen wären.

Gefährlich dabei ist: Oftmals bemerken die Opfer gar nichts, sondern werden erst aufmerksam, wenn auf ihrem Konto Geld fehlt.

In einigen Fällen beginnt der Datenklau bereits beim Zugang in die Bank, wenn die Tür zum Beispiel mit der Geldkarte geöffnet werden muss. Hier werden zuweilen Scanner eingebaut, die den Magnetstreifen der Karte bereits auslesen, noch bevor sich diese im Geldautomaten befindet. Eine kleine installierte Kamera über der Tastatur am Automaten sichert den Tätern danach die zugehörige PIN, und der Datenklau ist perfekt.

Möglich ist es auch, den Kartenschlitz des Geldautomaten so zu präparieren, dass sich die Karte zwar leicht einschieben lässt, aber nicht wieder ausgegeben wird. Wenn der Kunde dann in dem Glauben, er bekomme die Karte von seiner Bank wieder, den Automaten verlässt, ziehen die Täter die Karte heraus und sind mit den Daten über alle Berge.

Diese Methode ist besonders gefährlich, denn die Originalkarte ist sofort und überall einsetzbar. PINs werden darüber hinaus nicht nur über Kameras ausspioniert, sondern auch über nachgebaute Tastaturen und Funkmodule, die die Daten sofort bei der Eingabe an die Täter senden. Auf Kartenrohlinge kopiert können die Täter dann beliebig Geld von den Konten der Opfer abheben. Das Fatale dabei ist: Pro Skimming-Attacke sind immer mehrere Kunden betroffen. In hoch frequentierten Filialen können so mehrere Hundert Datensätze innerhalb weniger Stunden ausspioniert werden.

Betrügertrick: Geldschein fallen lassen und "Über-die-Schulter-schauen"

Allen Hightech-Waffen zum Trotz gibt es auch immer noch Täter, die den persönlichen Kontakt zum potenziellen Opfer nicht scheuen. So kann die PIN beim Eintippen auf der Tastatur auch durch bloßes Über-die-Schulter-Schauen erfasst, und es können Geldkarten geklaut werden, indem die Opfer so abgelenkt werden, dass sie ihre Karte für einen Moment aus den Augen lassen – etwa mittels eines heruntergefallenen Geldscheins.

Wenn sich das Opfer bückt, um den Schein aufzuheben, tauscht der Täter die Geldkarte gegen eine ähnlich aussehende aus und hat alles, was er braucht, um das Konto seines Opfers leer zu räumen.

Manipulierte Geldautomaten erkennen: Geht das überhaupt?

Auch wenn die Methoden der Täter immer ausgereifter werden: Wer aufmerksam bleibt, kann sich gegen den unbefugten Zugriff auf seine Kartendaten wirkungsvoll schützen. Experten empfehlen, nach Möglichkeit immer denselben Geldautomaten zu nutzen, um Veränderungen leichter feststellen zu können.

Betrachten Sie insbesondere die Tastatur, den Geldausgabeschacht und den Kartenschlitz: Fallen Ihnen hier Farbunterschiede auf? Verfügt ein Automat mit zahlreichen Gebrauchsspuren plötzlich über einige fabrikneu aussehende Teile? Finden sich irgendwo Klebstoffreste? Gibt es lose Teile oder herunterhängende Kabel? Ist alles frei zugänglich oder gibt es irgendwo lose angebrachte Blenden?

Sobald Sie Veränderungen feststellen, holen Sie kein Geld an diesem Automaten, sondern informieren Sie die Polizei. Wenn Sie den Verdacht haben, der Automat sei manipuliert worden, bleiben Sie bis zum Eintreffen der Polizei dort stehen. Das gilt insbesondere dann, wenn Ihre Karte sich nicht wieder aus dem Automaten entfernen lässt. Haben Sie bereits Geld gezogen, sperren Sie Ihre Karte zur Sicherheit, bis sich geklärt hat, ob tatsächlich eine Manipulation stattgefunden hat oder nicht.

Mehr Infos hierzu finden Sie auf der Seite www.polizei-beratung.de (Vorsicht vor Skimming).

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