Beim deutschen Polterabend denken die meisten nur an das Zerbrechen von Geschirr und das aufwendige Aufräumen durch die Brautleute. Doch dieser Brauch ist in vielen Ländern verbreitet. Erfahren Sie in diesem Artikel mehr über die unterschiedlichen Rituale beim Polterabend in verschiedenen Ländern.
Woher kommt dieses seltsame Ritual vor der Hochzeit? Laut geschichtlichen Aufzeichnungen entspringt diese Tradition dem Aberglauben, der sich auf dem Sprichwort "Scherben bringen Glück" gründet.
Dabei stand ursprünglich der Begriff "Scherbe" im Töpferhandwerk allgemein für alle irdenen Gefäße - kaputte und ganze Gefäße gleichermaßen. Somit bedeutete ursprünglich das Sprichwort "Scherben bringen Glück", dass man viele gut gefüllte Vorratsgefäße besaß bzw. gut versorgt war.
Traditionell wird der Polterabend vor der Eheschließung gefeiert. Relativ neu ist die Kombination zwischen Hochzeit und Polterabend - die sogenannte Polterhochzeit. Dabei werden die Hochzeit und der Polterabend auf einen Tag zusammengelegt und direkt auf der Hochzeitsfeier gepoltert.
Bei deutschen Polterabenden gehen traditionell Geschirr, Porzellan oder anderes Steingut zu Bruch. In anderen Ländern kommen jedoch noch weitere Einflüsse und Gewohnheiten hinzu, die ich im Weiteren kurz beschreiben will.
Wer heiraten will, muss leiden, scheint der Hintergrundgedanke beim Polterabend in Österreich zu sein. Der Bräutigam wird von seinen Freunden an einer Leiter festgebunden. Auf dieser wird er nun durch das Dorf getragen, wobei an diversen Wirtshäusern gehalten und auf Kosten des Gefesselten getrunken wird.
In Finnland wird am Polterabend die Braut am Tag vor ihrer Hochzeit durch die Stadt geführt, wobei sie Spenden einsammeln muss. Das Zerbrechen von Geschirr soll auch in anderen Kulturen Glück bringen.
In einigen Ländern darf auch Glas zu Bruch gehen. Bei Hochzeiten nach jüdischem Glauben wird beispielsweise ein Glas zertreten.
Der russischen Tradition nach werfen die Hochzeitgäste ihre Champagnergläser auf den Boden, und es wird als ein gutes Omen angesehen, wenn die Gläser am Polterabend zerspringen.
In einigen Gegenden in England wird ein Teller mit einem Stück Hochzeitstorte über den Kopf von Braut und Bräutigam geworfen. So soll ein späterer Zank in der Ehe vermieden werden.
In Schweden gehört es zur Tradition des Polterabends, dass der Bräutigam unmittelbar vor der Hochzeit von Freunden entführt und an einen unbekannten Ort gebracht wird. Dieser Brauch nennt sich „Möhippa“. Möhippa geht auf eine Tradition aus dem 17. Jahrhundert zurück.
Bei dem brasilianischen Polterabendbrauch „Chá de Panela“ bringen die Freundinnen der Braut Geschenke mit. Anschließend muss die Braut erraten, was der Inhalt des Geschenks ist. Trifft sie die richtige Entscheidung, darf sie das Mitbringsel öffnen. Liegt sie falsch, muss sie ein Kleidungsstück ablegen.
Auch die Franzosen haben ihren Spaß an den Reizen der Braut am Polterabend. Die Braut hebt bei der Versteigerung des Strumpfbands nach jedem Gebot ihr Kleid ein Stückchen an und zeigt etwas mehr ihre Beine. Je mehr die Männer sehen wollen, desto tiefer müssen sie in die Tasche greifen und dafür bezahlen. Das kommt natürlich auch dem Hochzeitspaar zugute und finanziert zumindest einen Teil der Hochzeitsreise.
Soweit zu meinem kleinen Ausflug durch die Traditionen des Polterabends in verschiedenen Ländern. Vielleicht inspiriert Sie ja der eine oder andere Brauch zum Nachmachen beim eigenen Polterabend. Falls Sie mehr zur Organisation solcher Bräuche wissen wollen, können Sie mich gerne auf meiner Webseite www.Eventmarkt.de besuchen.
Viel Spaß beim Poltern mit Ihren Freunden!
Autor: Martin Faßhauer
Wert 4 |
Thema: 4 | Information: 4 | Verständlichkeit: 4 |
| Stimmen: 1 | Legende: 5: super - bis 1: erträglich |
||
| Views: 627 | |||
Keine Beiträge vorhanden.
Suchbegriff eingeben