Das Stichwort „Nachhaltigkeit“ ist präsenter als je zuvor. Der Klimawandel macht sich auch in unseren Breitengraden mehr und mehr bemerkbar. Treibhausgase belasten unsere Umwelt, gleichzeitig wächst die Bevölkerungszahl und die Ressourcen werden knapper.
Viele Menschen erkennen, dass sie sich dieser Situation anpassen müssen, wenn sie ihren Nachkommen einen gesicherten Lebensraum bieten wollen. Diese Erkenntnis wirkt sich auf viele Wirtschaftszweige aus, der Immobilienmarkt ist einer davon. So wird nachhaltiges Bauen populärer. Doch was genau versteht man eigentlich unter „nachhaltig bauen“?
Nachhaltiges Bauen ist ein komplexes Thema. Doch was genau versteht man eigentlich unter dem Schlagwort „Nachhaltigkeit“? Die Internetseite des Dudens, www.duden.de, verweist bei diesem Thema auf die lang andauernde Wirkung einer Sache. So dürfen zum Beispiel Bäume nur dann abgeholzt werden, wenn ausreichend Material nachwächst.
Wir müssen also die Zukunft im Blick haben: Wirtschaften wir auf eine unverhältnismäßige Weise mit den Rohstoffen, die die Erde uns gibt, gefährden wir unseren eigenen Lebensraum und den zukünftiger Generationen. Dieses Bewusstsein für einen pfleglichen Umgang mit unseren Ressourcen macht also die Nachhaltigkeit aus.
Ein Gebäude wird in der Regel für einen Zeitraum von etwa 100 Jahren genutzt. Das Ziel von Bauherrn, die eine nachhaltige Bauweise anwenden, ist es, die Nachhaltigkeit ihres Objekts für diese lange Zeitspanne zu sichern. Nachhaltiges Bauen dient dazu, Gebäude lange „haltbar“ zu machen, dabei die Aspekte Ressourcen und Energieverbrauch nachhaltig zu beachten und ein gutes Wohngefühl zu gewährleisten.
Diese Punkte müssen in einem einzigen großen Projekt miteinander verwoben werden, damit das Prinzip des nachhaltigen Bauens greift. Wir müssen folglich das erbaute Objekt als eine Einheit verstehen, die viele verschiedene Sachverhalte in sich zusammenführen muss. Dazu gehören:
Die bereits für sich recht umfangreichen Themen der nachhaltigen Bauweise lassen sich in einen ökonomischen, einen ökologischen und einen soziokulturellen Teil untergliedern. Im folgenden Abschnitt betrachten wir diese drei Sektionen des nachhaltigen Bauens einmal etwas genauer.
Um die Zielsetzung einer ökonomischen Qualität zu erreichen, gilt es, die gesamte Lebensdauer eines Gebäudes und die damit verbundenen Kosten zu erfassen. Diese Kosten setzen sich aus den Kosten des eigentlichen Baus und den Folgekosten nach Errichtung der Immobilie zusammen. In der Regel sind die sogenannten Baufolgekosten weitaus höher als die Baukosten selbst. Betrachtet man den Lebenszyklus des Hauses im Voraus, kann man von Beginn an alle eventuell anfallenden Kosten auf einen Blick betrachten. So lassen sich von Anfang an mögliche Kostenfallen und Einsparungsmöglichkeiten analysieren und abfangen.
Die Kosten sind untergliedert in drei Bereiche: Errichtungskosten, Nutzungskosten sowie Rückbaukosten. Die folgende kurze Liste soll Ihnen einen Überblick verschaffen:
Um im Sinne des Umweltschutzes zu handeln, sollten wir auf einen behutsamen Umgang mit unseren Ressourcen sowie auf eine Reduzierung umweltschädlicher Emissionen achten. Das bedeutet für ein Bauvorhaben, dass Bauherrn zum einen ihre Ausgangsmaterialien mit Bedacht auswählen und zum anderen darauf achten sollten, dass der Verbrauch der einzelnen Rohstoffe für den Betrieb des Hauses (Wasser, Strom etc.) möglichst niedrig bleibt. Auf diese Weise schonen sie die Umwelt, müssen dazu aber von Beginn an mit einer entsprechenden Weitsicht planen.
Worauf muss jemand, der ein Haus plant, das nach dem Prinzip des nachhaltigen Bauens errichtet und bewohnt werden soll, also achten? Der Energieaufwand spielt gerade im Bereich des Ressourcenverbrauchs eine entscheidende Rolle: Wie viel Energie kann in Hinblick auf die Herstellung der Baumaterialien, deren Wiederverwertung und die Instandhaltung beziehungsweise den Betrieb einer Immobilie gespart werden? Will man zum Beispiel angesichts des Raubbaus an den Regenwäldern für Rahmen, Verkleidungen und Mobiliar tatsächlich Tropenhölzer verwenden? Eignen sich andere Materialien ebenso gut und sind sie in ihrer Nutzung sogar umweltschonender?
In den vergangenen Jahren haben sich verschiedene Punkte bewährt, auf die jeder Bauherr, der nachhaltig bauen möchte, bei der Erstellung des Baukonzepts achten kann:
Wer diese Stichworte in seiner Planung berücksichtigt, verfolgt das Prinzip des nachhaltigen Bauens auf der ökologischen Ebene.
Die zentrale Frage lautet zusammengefasst: Was wollen die Bewohner, was passt zu ihnen? In diesem Bereich kommen die Aspekte Ästhetik und Gestaltung, Barrierefreiheit, Gesundheitsschutz und Behaglichkeit zum Tragen.
Nachhaltiges Bauen ist immer mit einem komplexen Planungsverfahren verknüpft. Verschiedene Systeme greifen ineinander, bedingen und beeinflussen einander. Der Aufwand lohnt sich jedoch in mehrfacher Hinsicht: Bauherren schützen die Ressourcen unserer Umwelt nachhaltig. Die Auswirkungen des eigentlichen Baus sowie der Betrieb der Wohneinheit werden so kalkuliert, dass der Umweltschutz in einem optimalen Maße berücksichtigt werden kann. Und dabei sollte man nicht vergessen: Die Lebensdauer eines Gebäudes kann durchaus ein ganzes Jahrhundert umspannen!
Somit bewirkt die gewissenhafte Planung einen wirklich lang anhaltenden Effekt. Dazu muss man als Bauherr langlebige und ansprechende Materialien nutzen, die Kosten durch eine weitsichtige Kalkulation dauerhaft niedrig halten, die Einflüsse der unmittelbaren Umwelt im Konzept berücksichtigen und letztlich auch den Abriss beziehungsweise die Wiederverwertung des Gebäudes schon bei der Errichtung planen.
Mit all diesen Faktoren im Blick sowie einer Portion Geduld, Kreativität und Souveränität kann ein Bauherr nach den Prinzipien des nachhaltigen Bauens ein wahres Schmuckstück schaffen – in vielerlei Hinsicht!
Autor: Claudia Pichler ist Marketingverantwortliche der bareal Immobilientreuhand GmbH - Büro Wien.
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Thema: 3.5 | Information: 3.5 | Verständlichkeit: 3.8 |
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