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Seit der ältesten Zeit begegnen die himmlischen Wesen in der Dreiheit. Die 3 x 3, die Vorstellung von insgesamt neun Aspekten der Gottheit, tauchte erst später in der religiösen Geschichte auf.
Plinius und Tacitus nennen die drei westgermanischen Mannus-Stämme: Istaevonen, Herminonen und Ingaevonen, die auf die drei Beinamen des Himmelsgottes Istwio, Irmino und Ingwio zurückgehen.
Uralte Lieder, die schon zur Zeit des Tacitus aus ferner Vorzeit stammen, singen von den drei göttlichen Ahnen. In der urgermanischen Form lauten sie Istwaz, Ermnaz und Ingwaz. Sind es Brüder, verschiedene Götter oder uralte Erscheinungsformen einer einzigen Gottheit? Letzteres ist wahrscheinlich.
Die Istaevonen nannten ihren strahlenden Gott Tiwaz Istwaz, den "Flammenden" (Wurzel idg.= brennen, flammen oder isi= glänzen, leuchten). Tiwaz war das Attribut, das alle drei Stämme dem Ahnennamen voransetzten, der allgemeine Name des Sonnen- und Himmelsgottes, des Beschützers in Krieg und Frieden.
Das zentrale Stammesheiligtum der Istaevonen war der Istenberg bei Olsberg-Bruchhausen in Süd-Westfalen, Hochsauerlandkreis.
Der
Istenberg mit seinen herausragenden vier Felsen, den heutigen "Bruchhauser Steinen",
gehört zu der mittlerweile weltweit entdeckten Kultur der Groß-Skulpturen,
die noch früher als die eigentliche Megalithkultur anzusetzen ist. Während die
Menschen, die die megalithischen Bauwerke schufen, etwa von 4000 bis 1500 v.
Chr. lebten, muß die Kultur der Groß-Skulpturen mindestens in der ausgehenden
Alt-Steinzeit, zwischen 8500 und 6700 v. Chr. entstanden sein, wenn nicht schon
im Aurignacien, um 32.000 v. Chr.
Meterhohe figürliche Plastiken und Gesichter zieren die Steine. Fotografien der Felsformationen sind sehr überraschend. Dennoch ist die Theorie umstritten, da nirgendwo eindeutige Bearbeitungsspuren sichtbar sind.
Die Herminonen, deren Wohnsitze sich von der Donau bis zur Spree erstreckten, nannten ihn Tiwaz Ermnaz, den "Erhabenen, den Himmelsgott" (= Ermin, Irmin). Als Irmin-Tius (röm.: Tius) bildete er den Mittelpunkt ihres Kultes. Auch die Sachsen verehrten ihn unter diesem Namen. Nach ihrem Siege über die Thüringer bei Scheidungen an der Unstrut errichteten sie ihm eine Siegessäule, geschmückt mit dem Standbild eines Adlers, der nach Osten blickte. Die Errichtung der Siegessäule, Irmin-Sul (Sonne des Irmin), kennzeichnet ihn als Sonnen- und Kriegsgott.
Aufgrund
meiner jahrelangen Recherchen behaupte ich, daß die Vokale im Wortstamm ‚Ir-Min-Sul‘
auch durch andere Vokale ersetzt werden können. Die fünf Vokale waren den
alten Naturvölkern heilig und korrespondierten in ihrer Magie in vielfältiger
Weise. Folglich bekommen wir z. B. die Zusammensetzung ‚Ar-Man-Sil‘. Armansil
als Bezeichnung des Stammbaumes der Mannusstämme hat die runischen Bedeutungen
der Ar-Rune, der Man-Rune, und der alten mythologischen Bezeichnung
für Wald, Sil, das Licht der Bäume.
Runen sind pfeilartige Energiekanäle, die in vielfältiger Art genutzt werden können und durch die sich unsere Vorfahren mit den göttlichen Mächten verbanden. Erst später wurde eine Keilschrift daraus.
Die Ar-Rune ist das Zeichen für "Licht und Sonne". Ar, Aar ist auch der Adler, dessen Stärken Weitsicht, Scharfblick der Wahrnehmung und kluges Handeln sind. Er erhellt das Dunkel der Unwissenheit und gewährt Ruhm und Erfolg, Heilung und Schutz. Die Priester hießen bei uns die Armanen, die Adlermenschen, Lichtträger, Sonnenpriester. Ar ist die Rune des Führers, des Eingeweihten.
(Ich vermute, daß Hitler und seine Anhänger ein beschränktes Runenwissen besaßen. Das machte sie offensichtlich nicht zu wahrhaft Eingeweihten. Tatsächlich wurden die Runen im nationalsozialistischen Kontext für den deutschen Machtgewinn eingesetzt. Das sollte unsere Generation aber nicht daran hindern, die Runen positiv für die spirituelle Entwicklung zu verwenden und sie durch eine heilende Verwendung zu reinigen.)
Man ist die Menschheits-Rune, die Rune der "Wiedergeborenen", der "Auferstandenen", der manifestierte Logos, das Zeichen des Urlichtlandes. Ma(n) ist die Vereinigung von Weib und Mann in der Dreiheit von Körper, Seele und Geist.
Sil ist eine uralte Silbe, deren Bedeutung so mystisch ist, daß kaum darüber gesprochen wird. Das "Licht der Bäume", das Mysterium des Waldes, die Anbetung der Großen Mutter, die Kristalle, das Schweigen.
Doch wir können Irminsul auch ausschließlich mit der Tyr-Rune in Zusammenhang stellen. Tyr, Ti, Tiu, Tau, Teiwas, Tiwaz. Alles alte Bezeichnungen dieser Rune mit dem Grundbuchstaben T ...
Es ist die Rune des Schwertgottes, des Tiwaz, des Kreuzes; des Lebensbaumes; des hängenden Gottes, der sich selbst opfert und der Auferstehung gewiß ist.
Es ist der alte Himmelsgott, der schon vor Wodan/Odin über die geistigen Welten herrschte. Wodan/Odin übernahm später die alten Kräfte und Mächte. Tyr zeigt den Weg zur Glückseligkeit und bewirkt eine Befreiung von der Todesfurcht.
(Das Tau-Kreuz war übrigens auch den alten Völkern in Irland bekannt. Niemand weiß, wer sie in die Landschaft stellte. Sie existieren in versteinerter Form an etlichen Orten der Insel, z. B. auf Tory-Island.)
Die Irminsul hatte das Aussehen eines Pfahles, der sich oben teilt und zwei oder alle vier Äste in die Himmelsrichtungen ausstreckte. Die Irmensäule als Lebensbaum verband die vier Elemente des Lebens zu einer Einheit und hier teilten sich die Wege für die alten Germanen.
Karl der Große zerstörte 772 n. Chr. die überall vorhandenen gewaltigen Irmensäulen, doch angeblich nicht die Irminsul in der Nähe des dem Gott geweihten westfälischen Heiligtums in Eresburg.
Nicht weit davon entfernt befindet sich das alte Stammesheiligtum der Herminonen, die bekannten Externsteine im Teutoburgerwald. Auch sie sollen zur Kultur der Groß-Skulpturen gehören.
Sächsische Beinamen von Irmin waren "Er" und "Saxnot", der "Schwertgenosse".
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