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Zeitgenossen, die auch in unserer Zeit nicht mehr sprechen können, sondern nur noch Zeichen geben von dem, was sie bewegt, gibt es genug.
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"Käme, käme ein Mensch, käme ein Mensch auf diese Welt, heute, er dürfte, spräche er von dieser Zeit, er dürfte nur lallen und lallen, immer, immer – zuzu ..." (Paul Celan) |
Die großen Narren des 20. Jahrhunderts heißen Buster Keaton, Charlie Chaplin, Jacques Tati. Und mit ihnen begann wieder der ewige Kampf von David gegen Goliath. Ob dieser Riese Faschismus oder Wirtschaftsdiktatur heißt, man weiß, daß Goliath nie ganz unbeschädigt aus dieser Prüfung hervorgeht.
Die
Vertreter des Volkes haben sich ihrerseits in Szene gesetzt und rücken mit der
Unterstützung audio-visueller Medien die Theaterelemente des politischen
Lebens ins rechte Licht.
Der Verkauf eines Kandidaten durch die Medien unterscheidet sich inzwischen wenig von der Vermarktung eines Waschmittels. Glücklicherweise kommt es vor, daß das künstlerische Theater oder das Kabarett sich rächt und den Wählern eine närrische (wirkliche) Version der politischen Vorgänge zur Verdauung auftischt.
Wenn alle Menschen verrückt sind, kann der einzig Vernünftige nur ein wahrer Narr sein! Das ist im wesentlichen das entscheidende Paradoxon, wenn man es psychologisch betrachtet. Und da der Narr keineswegs verantwortlich gemacht werden darf und man sich bei ihm amüsiert, findet die Wahrheit bei ihm allein Zuflucht.
Aber diese Wahrheit darf der Narr niemals in einer klaren unmittelbaren Form aussprechen, er muß sie notwendigerweise in einen Scherz kleiden. Denn die Fiktion des Wahnsinns muß für die Zuhörer unter allen Umständen bewahrt bleiben, die Illusion, es nicht ernst nehmen zu müssen. Ein Zugeständnis der Narrheit an die herrschende Macht? Nennen wir es lieber den Gipfel der Ironie!
Möglicherweise geben uns die Zeichen der Narren Aufschluß über das, was wir das Nichts nennen.
D.T. Suzuki berichtet uns einige Weisheiten: "Geh‘ zu Fuß, indem du auf einem Esel reitest!" - "Sprich, ohne deine Zunge zu benutzen!"
Was sollen diese Koans (Paradoxa)? Es sind literarische Figuren der Narrheit, in denen die Zen-Meister ihren Schülern zeigen, daß nicht allein die intellektuelle Durchdringung eines Problems die Lösung bringen wird. Sondern wir sollten mit der ganzheitlichen Fähigkeit unserer rational-logischen und emotional-intuitiven Anlagen arbeiten.
Suzuki schreibt: "Es ist so, als würden wir bis zur Spitze einer Stange hochklettern, die hundert Fuß lang ist, und werden doch gedrängt, immer weiter zu klettern, bis wir schließlich einen verzweifelten Sprung tun und dabei unsere Sicherheit völlig außer acht lassen. Im Augenblick des Springens finden wir uns sicher auf dem vollerblühten Lotos-Sockel. Ein solcher Sprung kann niemals mit Hilfe von Gedankenarbeit und Logik der Dinge unternommen werden."
Lassen wir uns von den göttlichen Narren aus der Geschichte und in der Gegenwart an die Hand nehmen und entdecken wir den fool in unserem Inneren! Er lehrt uns das Lachen, das eine plötzliche Öffnung oder Erschütterung des Universums bewirkt. Das Lachen ist ein Durchbruch durch die Barriere des Intellekts. Während wir lachen, verstehen wir etwas, und das bedarf dann keiner weiteren Beweise. Während wir lachen, sind wir frei von allen Beengungen durch unsere Persönlichkeit oder der Persönlichkeit anderer.
Ein Zen-Mönch berichtet, ein wohlplazierter, plötzlicher Tritt seines Meisters, völlig unerwartet, habe ihm zur Erleuchtung verholfen, und "seit diesem Tritt von Ma Tsu kann ich nicht mehr aufhören zu lachen ..."
Wert 3.8 |
Thema: 3.7 | Information: 3.8 | Verständlichkeit: 3.8 |
| Stimmen: 6 | Legende: 5: super - bis 1: erträglich |
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