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Im
Talmud steht eine Anekdote über zwei Possenreißer. Rabbi Beroka besuchte den
Marktplatz seiner Stadt in Babylonien. Da trat der Prophet Elija auf
ihn zu, und der Rabbi fragte ihn: "Sind jetzt auf diesem Marktplatz irgendwelche
Kinder der künftigen Welt (d.h. Anwärter auf die ewige Seligkeit)?"
Während er fragte, gingen zwei Brüder vorüber, und der Prophet Elija sagte: "Diese beiden." Der Rabbi ging und fragte sie: "Was macht ihr?" Sie sagten: "Wir sind Possenreißer. Ist jemand traurig, so suchen wir ihn aufzuheitern, und sehen wir Leute streiten, so suchen wir Frieden zwischen ihnen zu stiften."
Es ist für den Rabbi ungewöhnlich, daß ihm Leute vorgestellt werden, die in keiner Weise die Normen erfüllen, die nicht die üblichen Zeichen der Frömmigkeit aufweisen. Sind vielleicht die Sonderlinge, die Außen-seiter, die Ver-rückten, die zwischen den Stühlen sitzen, die wahren Verkünder der Botschaft?
Der Prophet Jesaja trat bei seiner Predigt drei Jahre nackt auf (AT, Jes. 20, 1-5) und ging barfuß. Stellen wir uns diese Predigt einmal bildlich vor und übertragen sie in unseren gesellschaftlichen und religiösen Kontext – es wäre damals wie heute ein Skandal! Mit seiner Nacktheit suchte Jesaja die falsche Bündnispolitik seines Volkes zu verändern, er wollte mit seinem Körper ein Signal geben.
Viele wenden sich verächtlich lächelnd von solchen ab, werfen ihnen Schwachsinn oder Unsachlichkeit vor, erschrecken wohlig vor ihrer Emotionalität und finden ein Alibi, sie nicht zu beachten. Ezechiel machte ganz närrische Dinge. Versuchen wir eine kleine Vorstellungsübung:
Ein Mann sitzt auf dem Marktplatz. Er nimmt ein scharfes langes Schwert und schneidet sich die Haare und den Bart. Die Kinder beginnen zu lachen, die Erwachsenen greifen sich an den Kopf. Denn jetzt zieht er eine Waage heraus und trennt die Haare in drei Teile. Dann entzündet er ein kleines Feuer und verbrennt das erste Häufchen. Auf das zweite Häufchen schlägt er wild mit dem Schwert ein. Das restliche bindet er sich in einen Zipfel seines Gewandes ein. Danach blickt er auf und redet vom Strafgericht Gottes (Ez. 5, 12-13).
Wert 3.8 |
Thema: 3.7 | Information: 3.8 | Verständlichkeit: 3.8 |
| Stimmen: 6 | Legende: 5: super - bis 1: erträglich |
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