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"... Für das Gemüt und den Körper gleichermaßen gibt es kein Abführmittel gleich Pranayama, kein Abführmittel gleich Pranayama. Für das Gemüt, für den Körper, für Gemüt und Körper gleichermaßen - gleichermaßen! - gibt es, gibt es, gibt es kein Abführmittel, kein Abführmittel gleich Pranayama - Pranayama! - Pranayama! ... ( Buch der Lügen - Kings College Kapelle)
Pranayama,
so sagt man, eine Atem- oder Meditationstechnik für alles oder "um die tiefsten
mystischen oder spirituellen Erfahrungen zu erlangen." Es gibt noch eine andere
Meditation, die die Buddhisten "Ânâpânasati" nennen, von der Ähnliches behauptet
wird. Diese besteht einfach darin, den Fluss des Atems zu beobachten.
Entweder das Heben und Senken der Bauchdecke oder das Empfinden der Luft an der Nase beim Ein- und Ausatmen. Buddha behauptet, dass man allein durch diese Meditation in die tiefsten Stadien der Versenkung (appanâ Samadhi - was immer das heißen mag) eindringen kann. Lama Govinda stellt diese Meditationsform dem Pranayama gegenüber und betrachtet Pranayama eher als Willkür, da man dem Atem einen Rhythmus aufzwingt, und den Atem in gewisser Hinsicht dem Willen unterwirft. (Lama Govinda)
Aber das ist meiner Ansicht nach eine Perspektive, die eine Bewertung schon im Vorhinein mit sich bringt: Denn mit Wörtern wie "aufzwingen" und "dem Willen unterwerfen" verknüpfen die meisten Menschen eher Dinge bzw. Erlebnisse, denen sie sich eher abgeneigt fühlen. Die Frage ist, ob man das als "Willkür" oder "Zwang" sehen muss … Meiner Ansicht nach muss man das nicht. Ich betrachte diese beiden Meditationsformen nicht als komplementär gegenüberstehend. Soweit ich die buddhistischen und hinduistischen Schriften verstehe, haben beide Meditationsformen völlig andere Ziele.
Pranayama zielt darauf ab, die Lebensenergie -sprich Prana- dessen Träger die Luft (vaju) ist, willentlich steuern zu können. Was die Anweisungen für Pranayama von der buddhistischen Atem-Meditation am meisten unterscheidet, ist die Behauptung, dass man für Pranayama einen Lehrer oder Guru braucht, um es zu erlernen.
Warum?
Das, was eigentlich praktiziert wird (d.h. die Technik), ist meiner Ansicht nach relativ simpel: Man lernt ein Asana, dann setzt man sich vor die Uhr und atmet in vorgegebenen bzw. vorher festgelegten Rhythmen.
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Prana (seitlich) |
Einatmen |
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Halten |
Ausatmen |
Mit ein wenig Übung lässt man sich auf immer langsamere Rhythmen ein, wie 20 (Sekunden) ausatmen, 10 Sekunden einatmen und 30 Sekunden Luft halten, 20-10-40, oder 30-15-60 …
Währenddessen übt man sich in den Muskelkontraktionen wie "Mula-Bandha", "Jhalandara- Bandha" und übt sich in Hatha-Yoga, um das Lungenvolumen zu erweitern, die Muskulatur zu lockern und die Wirbelsäule zu richten bzw. zu stärken. Dennoch lese ich in den meisten Texten über Pranayama Aussagen wie diese:
... was diese Autoren mit "Reife" meinen und woran man sie erkennt, bleibt dummerweise im mystischen Nebel verborgen.
Was ist an Pranayama so gefährlich, dass so viele Autoren Purzelbäume schlagen, damit die Leser nicht unüberlegt oder tollkühn an Pranayama rangehen? An den anatomischen Komplikationen (Herzrhythmus-Störungen, Hyperventilation usw.) die auftreten können, kann´s ja nicht liegen, denn sonst bräuchte man ja keinen Lehrer, sondern einen Arzt, der einen beaufsichtigt. Außerdem sind das meiner Erfahrung nach keine Probleme, die bei Menschen auftreten, die Erfahrung im Tauchen mit Scuba Ausrüstung haben, viel schwimmen oder Konditions-Sport treiben und mit einem halbwegs gesunden Menschenverstand an die Übungen herangehen.
An anderen Stellen wird erwähnt, dass durch das Praktizieren von Pranayama unterdrückte Emotionen freigesetzt werden und deshalb ein Lehrer vonnöten sei. Nun, um meine Emotionen zu verarbeiten, kann ich genauso gut einen Psychologen hinzuziehen. Aber was ist eigentlich daran falsch, so mag man sich fragen, gegenüber anderen Menschen seine Emotionen - z.B. Trauer, Angst oder Aggression etc. - offen zu zeigen?
Für alle, die sich noch nie mit Pranayama auseinandergesetzt haben, hier eine kleine Übung, um einen kleinen Einblick zu bekommen, was alles bei Pranayama passieren kann. Wenn Sie Herz- oder Kreislaufprobleme haben, empfehle ich Ihnen vor der Übung den Notarzt zu verständigen oder/und zu kontrollieren, ob die aktuelle Version Ihres Testamentes noch zu Ihrer Zufriedenheit formuliert ist. ;-))
Wert 3.2 |
Thema: 3.5 | Information: 3 | Verständlichkeit: 3.2 |
| Stimmen: 37 | Legende: 5: super - bis 1: erträglich |
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