Die Geschichte des Kriegerwesens
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von Sperber
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Homepage: www.philognosie.net |
Datum: 06.10.2004
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Vorwort
Wie alles was über eine lange Zeit gewachsen ist, so hat auch die Idee
der Krieger eine lange Geschichte. Sie reicht bis in die Frühzeit der Menschen
hinein. Selbst im Tierreich finden wir mit den Raubtieren den Keim der Idee.
Sie zeigt sich hier ihrer primitivsten Form - im einfachen Kampf ums Überleben.
Diesem "natürlichen" Jagdinstinkt kommt beim Homo Sapiens in
seiner frühen Form - als Jäger und Sammler - eine besondere Bedeutung
zu. Der Mensch gewann seine Stärke durch die Kombination von Kooperation
und intelligentem Handeln. Diese Kombination erwies sich evolutionär als
so erfolgreich, daß er als einzige Spezies fähig war sogar Raubtiere
zu jagen, die ihm physisch überlegen waren.
Seine
besondere Fähigkeit war das intelligente Handeln - also die Fähigkeit
aus Erfahrung zu lernen. Diese Fähigkeit machte es möglich, daß
er seine Überlebenstechniken im Laufe der Geschichte verfeinern konnte.
Die Erfindung der Sprache tat ein übriges, daß Erfahrungen innerhalb
eines Stammes weitergegeben werden konnten. So entstand mit der Zeit ein großer
Erfahrungsschatz, der den rein triebhaften Anlagen weit überlegen war.
Sowohl der Philosoph Feuerbach als auch Goethe formulierten diese Erkenntnis
in dem Satz, daß "Menschen nur durch Menschen zum Menschen werden."
Die Untersuchung von Wolfskindern zeigt deutlich, daß das, was wir unter
"Menschsein" verstehen, lediglich als Anlange in uns schlummert. Diese
reift aber erst durch die Interaktion und dem Lernen von anderen zu ihrer vollen
Blüte heran. Der Mensch entwickelt sich durch die gemeinschaftliche Interaktion
mit anderen im vorgegebenen Rahmen seiner Kultur.
Zusammenfassend kann man festhalten, daß die Entwicklungsmöglichkeiten
des Kriegerwesens immer abhängig von den Fähigkeiten der umgebenden
Gesellschaft sind.
Wie die Geschichte zu berichten weiß, haben im Laufe der Jahrtausende
bereits viele Gesellschaftsformen ihren Auf- und Untergang erlebt. Gesellschaft
ist somit kein statisches "Etwas", sondern ein sich prozeßhaft
wandelndes Gebilde. Weiterhin wissen wir heute, daß die vom Menschen gewählte
Gesellschaftsform ein Spiegel seiner Denkgewohnheiten und der darin enthaltenen
Werte ist, die als gemeinschaftlicher Konsens getragen werden.
Aus diesem Grunde wählte ich bei meinen geschichtlichen Forschungen die
Perspektive der Soziologie. Ich ging der Frage nach, welche grundlegenden Gesellschaftsformen
wir im Laufe unserer Geschichte entwickelt haben und welche Formen des Kriegerdaseins
hieraus entstanden sind. Das Ausgangsmaterial für meine Beobachtungen entnahm
ich den soziologischen Studien von Prof. Niklas Luhmann. Er gilt heute wohl
als der bedeutendste Soziologe der Neuzeit, dem es erstmals gelang über
die Systemtheorie das Phänomen der Gesellschaft umfassend beschreibar zu
machen.
Bei meinen weiteren Ausführungen spielt seine Einteilung der Evolution
der Gesellschaft die maßgebliche Rolle. Ich habe die Beschreibung so weit
vereinfacht, daß der Leser keine speziellen Kenntnisse über Systemtheorie
benötigt. Meine Darstellung bezieht sich auf die Folgerungen seiner Theorie,
während ich deren Begründung wegen der enormen Komplexität auslasse.
Wer sich zusätzlich mit den Hintergründen der Systemtheorie befassen
will, kann dies am besten bei Luhmann selbst tun.
Luhmann benennt die evolutionären Stufen der Gesellschaft folgendermaßen:
- Segmentäre Gesellschaft
- Stratifikatorische oder hierarchische Gesellschaft
- Funktional differenzierte Gesellschaft
Sehen wir uns diese Gesellschaftsformen einmal näher an und betrachten
die darin entstandenen Kriegerideen.
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