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Denken & Lernen
Erinnerung: Was unser Gehirn interessant findet
„Das Gras auf der anderen Seite des Zauns ist grüner“ lautet ein altes Sprichwort. Nach diesem Sprichwort möchte man sagen, wie seltsam es doch ist, dass wir fremde Dinge interessant finden. Dabei kennt wohl jeder so eine Erfahrung aus seinem Erleben:
... was man natürlich erst bemerkt, nachdem man die Bestellung aufgegeben hat. Dieses Phänomen hängt mit unserem Gehirn (und einem chemischen Botenstoff namens Dopamin) zusammen. Alles, was wir ein paar Mal erlebt haben wird für uns all-täglich, d.h. wir schenken ihm immer weniger Aufmerksamkeit. Aus diesem Grund können wir uns an viele Details in einer fremden Wohnung erinnern – und kaum die eigene Wohnung erklären. Sie glauben mir nicht? Okay. Lassen Sie sich auf ein kleines Experiment zur Wahrnehmung ein? Gedächtnis Übung: Sie brauchen nur ein paar Sekunden ihrer Zeit. Für dieses Experiment brauchen Sie eine – und ab sofort bitte nicht mehr darauf gucken, sonst ist die Übung schon vorbei – Armbanduhr. Sie gucken mehrmals am Tag drauf, aber jetzt bitte nicht mehr. Ich habe dieses Experiment von Vera F. Birkenbihl übernommen, die es auch in ihrem Buch „Erfolgstraining“ beschreibt. Ups. Sie wissen es nicht? Gratuliere. Dann gehören Sie zu den ca. 90% der Leute, die in meinen Seminaren dieses Experiment durchführen und anschließend nicht die Uhrzeit nennen können. Um Energie zu sparen, merkt sich unser Gehirn nur wichtige Sachen. Was wichtig ist, entscheidet unser Gehirn für uns. Leider ist das, was unser Gehirn für bemerkenswert hält und das, was wir uns merken wollen, nicht immer gleich. Werfen wir einen Blick zu unserem Nachbarn, auf die saftige, grüne Wiese. Die ist neu. Die ist interessant und wichtig für unser Gehirn. Wissen Sie, was das Überraschende ist? Die Leute auf der anderen Seite befinden sich in der gleichen Situation wie wir. Und ich verrate Ihnen noch ein gut gehütetes Geheimnis: Auch auf der anderen Seite muss der Rasen gemäht werden. Der Coolidge-Effekt Das Phänomen heißt Coolidge-Effekt, nach dem 30. US-Präsidenten Calvin Coolidge (1872-1933). Nach einer auch in der Fachliteratur kolportierten, aber nie authentifizierten Anekdote besuchte Mr. Coolidge einst mit seiner Gattin eine Farm, wo Mrs. Coolidge auf einen Hahn aufmerksam wurde, der gerade eine Henne bestieg. Als man ihr mitteilte, der Hahn vollzöge diesen Akt bis zu zwölfmal am Tag, soll sie geantwortet haben: "Sagen Sie das meinem Mann!" Als der Präsident von den Wundertaten erfuhr, fragte er: "Immer mit der gleichen Henne?" Nachdem ihm versichert wurde, es sei jedes Mal eine andere, entgegnete er: "Sagen sie das meiner Frau!" Mehr zum Coolidge-Effekt erfahren Sie in meinem Podcast. Dort erfahren Sie auch, warum wir Männer uns nicht den Hochzeitstag merken (können) und das wir, liebe Ehefrauen, gar nichts dafür können. Tipp: Entdecken Sie immer wieder Neues an Ihrem Partner, am Beruf, an den alten Dingen, die Sie besitzen. Sehr hilfreich dabei ist ein Perspektivenwechsel. Treten Sie gedanklich (und auch mal tatsächlich) auf die andere Seite des Zauns. Und betrachten Sie aus diesem neuen Blickwinkel Ihren Garten. Ich wette, Sie sehen Dinge, die Sie so noch nie wahrgenommen haben. Wie Sie Ihr Gehirn anregen können, Neues zu entdecken:
Falls Ihnen dieser Text gefallen hat, können Sie mich gerne auf meiner Homepage "Selbstmanagement mit Methode" besuchen. Viel Spaß beim Experimentieren!
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