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Buchempfehlung: "Bekenntnisse eines Wallstreet-Süchtigen"
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von Gerhard Höller
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Datum: 15.06.2005
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Vielleicht
sagt der Name James J. („Jim“) Cramer dem einen oder anderen unter den Usern
dieser Seite etwas. Bei diesem handelt es sich nämlich um einen ehemaligen (Hedge)
Fondsmanager und nunmehrigen bekannten (US-) Börsenkommentator, der nicht müde
wird, seine Einschätzung der aktuellen Lage im Börsenfernsehen sowie über die
von ihm gegründete Seite TheStreet.com zum Besten zu geben. Und so ist
der für seine Autobiographie gewählte Titel „Bekenntnisse eines Wallstreet-Süchtigen“
(im Original: „Confessions of a Street Addict“) auch sicher nicht schlecht gewählt.
Auf etwa 350 zum Teil hochgradig unterhaltsamen Seiten erzählt uns Mr. Cramer
seine Lebensgeschichte, die vom mittellosen Reporter, über ein Jura-Studium
in Harvard, zu einer Existenz als millionenschwerer Fondsmanager und landesweit
bekannter Börsenkommentator führte.
Werfen wir nun einen Blick auf „die frühen Jahre“ (so der Titel des 1. Kapitels):
Cramer, Zeit seines Lebens ein reichlich harter Bursche, arbeitet als
auf Kriminalfälle spezialisierter Reporter für Blätter wie (in Florida) den
Tallahassee Democrat oder den Los Angeles Herald Examiner. Er verdient einigermaßen
gut, doch als in sein Appartment mehrmals (!) eingebrochen und es schließlich
– Zitat – „besenrein“ ausgeräumt wird, beschließt er, bis auf weiteres im Auto
zu leben. Wobei er ein realistisches Bild von den damit verbundenen Gefahren
hat: „Meine liebsten Übernachtungsplätze waren Raststätten am Interstate Highway
5. Ich kauerte mich unter meine Cordjacke und hielt mit der einen Hand die Axt,
mit der anderen die 22er umklammert“ (S. 7)… Dazu sage ich nur: Gnade Gott dem,
der versucht hätte, Cramer in dessen Auto zu überfallen.
Schließlich, wir schreiben ca. das Jahr 1980, entdeckt Cramer eine Möglichkeit,
sich etwas dazu zu verdienen – Pferdewetten: „Ich verbrachte Wochenenden
in meinem Auto am Rande der Rennbahn im Bay Meadows Park außerhalb von San Franciso,
oder ich fuhr nach Los Angeles und kampierte in der Nähe von Santa Anita. Das
war meine einzige Möglichkeit, genug Geld zu verdienen, um mich zu kleiden und
warm zu halten“. (S. 8)
Im Zuge seiner Arbeit als Journalist begleitet Cramer einen Gouverneur und dessen
Freundin nach Afrika, wo er an „so etwas ähnlichem wie Cholera“ erkrankt. Ziemlich
ungünstig, wenn man, wie er feststellt, nicht krankenversichert ist. Doch zum
Glück hat er eine Schwester, die ihn (in New York) gesundpflegt.
Cramer bekommt in New York einen Zeitungsjob, beginnt an der Börse (für die
er sich schon als Bub interessiert hat) zu spekulieren und immatrikuliert schließlich
an der Juristischen Fakultät der Harvard University. Schnell realisiert er,
dass er anstatt Staatsanwalt hauptberuflicher Börsianer werden will, und da
sich sein Ruf als „Börsenprofi“ auf dem Campus schnell herumspricht, vertraut
ihm ein Professor namens Marty Peretz, der reich geheiratet hat, schließlich
die Verwaltung von 500.000.- Dollar an.
Von da an geht es relativ zügig bergauf. Schließlich managed Cramer zusammen
mit einem gewissen Jeff Berkowitz einen eigenen Hedge Fonds (zur Erklärung:
Ein solcher kann in praktisch alles und jedes investieren, im Gegensatz zu „normalen“
(Aktien-)Fonds) und gründet die - sehr empfehlenswerte - Seite TheStreet.com,
die schließlich auch an die Börse gebracht wird.
In ausgesprochen unterhaltsamer Sprache erzählt der Autor von seinem Alltag
als Fondsmanager und der Anfangszeit seiner Börsenseite.
Wenn Sie sich für einen authentischen und unterhaltsamen Bericht vom Alltag
an der Wall Street interessieren – dann ist dieses Buch genau richtig für Sie!
Legende: 5: super - bis 1: erträglich
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