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Webdesign: Kriterien zur Wahl des richtigen DOCTYPE

von  Petra Sütterlin

Homepage: www.philognosie.net

Datum: 21.11.2007

Was ist ein DOCTYPE und wofür brauche ich ihn?

Gemäß den Standards von HTML und XHMTL informiert der DOCTYPE (document type declaration) den Validator und die verarbeitende Software, welche (X)HTML-Version Sie verwenden. Der DOCTYPE muß ganz am Anfang in den Metatags der Webseite stehen, also noch vor dem HTML-Tag. DOCTYPEs sind eine Schlüssel-Komponente von konformen Webseiten: Ihr Markup und CSS wird ohne den DOCTYPE nicht validiert.

Ältere Webseiten sind noch für ältere (oder sehr selten verwendete) Browser, wie die 4er-Versionen des Netscape Navigators oder die 4er- und 5er-Versionen des Microsoft Internet Explorers geschrieben worden. Diese Browser zeigen jedoch an vielen Stellen nur eine mangelhafte und nicht standardkonforme CSS-Umsetzung.

Das läßt sich am besten am Box-Modell erklären. (Siehe Link: Box-Modell)

Das Box-Modell definiert die Berechnung der Breite und Höhe von Elementen. Das W3-Konsortiums (World Wide Web Consortium, kurz: W3C) hat festgelegt wie die Gesamtbreite eines Elementes berechnet wird. In älteren Versionen des IE (bis einschließlich 5.5) weicht die Berechnung von dieser Spezifikation ab. D.h. bei gleichem CSS stellt der IE5.5 eine Box, die eine definierte Breite, Rahmenstärke, einen Außen- und Innenabstand hat anders dar, als der IE6 und höher.

Die Korrektur des Box-Modells im IE6 warf die Frage auf, was mit alten Webseiten passiert, die aufgrund dieser fehlerhaften Darstellung designed wurden. Man konnte ja kaum erwarten, daß alle Webseiten umdesigned werden.

Als Lösung des Problems wurde die Dokumenttyp-Deklaration verändert: wenn keine Dokumenttyp-Deklaration (oder eine einer weniger strengen HTML-Variante) verwendet wird, dann wird die Webseite im sogenannten "quirks mode" dargestellt. Webseiten, die einen doctype gemäß W3C haben, werden gemäß der vom W3-Konsortium festgelegten Berechnung einer Box angezeigt.

Kurz gesagt: Ein korrekter Doctype hat den Vorteil, daß beispielsweise die Beschreibung von Stylesheets (wie auf SELFHTML erklärt) funktionieren, d.h. daß diese gemäß der Beschreibung angezeigt werden. Dort finden Sie auch einen Hinweis, ab welcher Browserversion welcher Stylesheet verfügbar ist. So gibt es beispielsweise die Angabe für die Höhe eines Elementes (height) ab dem IE4 (siehe: Positionierung - SELFHTML), aber die Angabe einer Mindesthöhe (min-height) kennt erst der IE7 (Siehe: Mindesthöhe - SELFHTML).

Unter "Doctype Switching" finden Sie eine ausführliche Beschreibung, was welcher Browser macht, wenn Sie keine gültige W3C-Dokumenttyp-Deklarationen bei Ihrer Webseite angeben.

Für diesen Artikel genügt es zu wissen, daß bei einer gültigen W3C-Dokumenttyp-Deklaration das CSS so gerendered wird, wie es in den Beschreibungen zu den Styles angegeben wird. Wählen Sie dazu aus der Liste der W3C (Valid DTD List) die Zeilen, die Sie benötigen und fügen Sie diese in den Head Ihrer Webseiten ein.

 <!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN"
   "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> 
<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml" xml:lang="de" lang="de">
  <head
  ...
  </head>

In Firefox können Sie einfach sehen, in welchem Modus eine Webseite angezeigt wird:

  • Rechtsklick auf die Webseite - Seiteninformationen anzeigen. Auf der ersten Registerkarte ist der Anzeigemodus angegeben -> Dort steht dann der Kompatibilitätsmodus (Quirks) oder Standardkonformer Modus.

(Anmerkung: Im IE-Tab von Firefox ist eine Seite immer im Quirksmodus- auch bei gültiger Dokumenttyp-Deklaration. Die Darstellung entspricht dennoch der des IE.)

Welche Dokumenttyp-Deklaration soll ich wählen?

Ich werde hier nur auf die gebräuchlichsten Dokumenttypen HTML und XHTML eingehen. Und das ist auch die erste Frage, die Sie sich beantworten müssen: HTML oder XHTML? Können Sie wirklich wählen? Wer beispielsweise das CMS "Drupal" verwendet, kann nicht wirklich wählen, denn Drupal generiert HTML-Code, den Sie ohne das CMS zu verändern, nicht ändern können.

Am einfachsten sehen Sie dies im Quelltext -> im Head-Bereich. Die Schreibweise der Metatags unterscheidet sich, je nach dem, ob Sie html oder xhtml verwenden:

  • XHTML: <meta http-equiv="content-type" content="text/html; charset=utf-8" />
  • HTML:   <meta http-equiv="content-type" content="text/html; charset=utf-8">

Im Gegensatz zu manchen anderen Tags, wie dem Break (<br>, <br />) oder Bild (<img src="">, <img src="" />) gibt es für die Metatags keine Schreibweise, die in beiden Sprachen gültig ist. Wenn Sie Ihre Webseite mit einem CMS erstellen und keinen Einfluß auf die Generierung der Schreibweise des Quelltextes haben, dann können Sie an den Metatags schon ablesen, ob Sie einen XHTML oder HTML-Dokumenttyp benötigen.

Wenn Sie wählen können, dann entscheiden Sie selbst, welche Sprache sie beherrschen. XHTML ist zwar die neuere Sprache, aber welche "besser ist", kann nicht pauschal bestimmt werden.

Wer sich darüber genauer informieren will, hier einige Artikel zur Vertiefung des Themas:

Ist dies entschieden, dann stellt sich die Frage nach "Strict", "Transitional" oder "Frameset". Wer seine Webseite mit Frames gestaltet, wählt natürlich "Frameset". Stellt sich also nur noch die Frage zwischen "Strict" und "Transitional". (Nachzulesen hier: HTML-Varianten Strict, Transitional und Frameset)

"Strict" ist vom W3-Konsortium empfohlen und erlaubt nur ein sehr schlankes HTML. Es eignet sich für neue Webseiten, die konsequent CSS für die Darstellung verwenden. "Transitional" ist ein Kompromiß und erlaubt die Verwendung von Elementen und Attributen, die in der Strict-Variante nicht mehr vorkommen und als deprecated (missbilligt) gelten: Ein Beispiel -> das HTML-Element "font" oder die Attribute "align" oder "bgcolor".

Ich entscheide danach, ob ich alleine eine Webseite erstelle, oder ob anderen Menschen (Besucher oder Autoren wie bei Philognosie etc.) an den Inhalten mitwirken. Um "Strict" einzuhalten, muß jeder die Sprache beherrschen. Ist dies bei allen Beteiligten gegeben, dann ist "Strict" eine gute Option. Sobald andere beim Erstellen der Inhalte (oder Gestaltung der Seite) beteiligt sind, erwarte ich nicht, daß Sie die Anforderungen für "Strict" erfüllen und wähle daher "Transitional".

Lesen Sie hierzu auch die weiteren Artikel zu diesem Thema:

Viel Erfolg beim Auswählen des DOCTYPE!

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