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Job & Karriere
Die richtige Organisationsform für ein Unternehmen finden
Seit jeher stellen sich Manager immer wieder die Frage, wie man eine "richtige" Organisationsform für das eigene Unternehmen finden kann. Sie sind überzeugt, daß es ein universelles Prinzip gibt, das man auf jede Einrichtung anwenden könnte. Zu diesem Thema sollen im folgenden Artikel einige Anregungen von Peter F. Drucker aus seinem Buch "Was ist Management?" - "Das Beste aus 50 Jahren" aufgegriffen und besprochen werden.
Damals übernahm man von der Armee das Modell von "Befehl und Kontrolle" und übertrug es später auch auf die ersten privaten Unternehmen. Das erwies sich zu jener Zeit als sehr effektiv, besonders in der Anwendung von einfachen Fließbandarbeiten, da sich einfache mechanische Tätigkeiten leicht systematisieren und kontrollieren ließen. Erst nachdem in der Industrie die Nachfrage an qualifizierten Wissensarbeitern immer größer wurde, erkannte man, daß man die "Arbeit mit Wissen" nicht oder nur schlecht operational beschreiben bzw. kontrollieren konnte. Doch seit damals hat sich der Mythos, daß es eine "richtige (oder universelle ) Organisationsform geben müsse, hartnäckig gehalten. Seit dieser Zeit haben sich die Thesen und Modelle rund um diese "richtige Organisationsform" stetig gewandelt. Heute können wir sagen, wir suchen sie immer noch. Darum stellt sich die Frage, ob wir nicht nach einem "Stein der Weisen" Ausschau halten, den es so nie gegeben hat und auch nicht geben wird. Wie wir heute aus der Praxis wissen, hat jede Organisationsform ihre eigenen Stärken und Schwächen, ihre eigenen Anwendungsbereiche und Grenzen. Es hat sich herausgestellt, daß die "richtige Organisationsform" kein Ziel an sich, sondern nur ein speziell entwickeltes Werkzeug ist, welches Menschen unter bestimmten Bedingungen eine möglichst produktive Zusammenarbeit ermöglicht. Radikalere Managementtheorien vertreten sogar die These, daß wir in einem Zeitalter angekommen sind, welches das "Ende der Hierarchie" als neues Paradigma erfordert. Drucker verwirft diese These mit der Begründung, daß es in jeder Einrichtung eine letzte Autorität - oder einen Chef - geben muß, welche die endgültigen Entscheidungen fällt und für deren Umsetzung sorgt. Eine funktionierende Führung kann es nur geben, wenn sie auch Entscheidungen fällen kann. Denn erst durch die eindeutige Zuordnung der Entscheidungsbefugnisse, können Führungskräfte überhaupt Verantwortung übernehmen. Manch wichtige Entscheidungen können am Besten durch gemeinsame Überlegungen von kompetenten Wissensarbeitern, andere in einem Team oder vom CEO gefällt werden. In den meisten Fällen werden solche Entscheidungshierarchien nebeneinander stehen und sich wechselseitig beeinflussen. Doch auch wenn sich keine universelle Organisationsstruktur ausmachen läßt, so kann man immer noch versuchen Prinzipien zu formulieren, die einer funktionalen Organisationsstruktur zugrunde liegen sollten. Drucker nennt in seinem Buch einige Prinzipien, die ich im folgenden vorstellen möchte:
Wie Sie vielleicht bemerkt haben, geben uns diese Prinzipien nur sehr allgemeine Hinweise auf eine brauchbare Organisationsstruktur. Manchmal sagen sie uns lediglich, was wir nicht tun sollten. Doch so banal uns diese Erkenntnis anmuten mag, Drucker meint selbst, daß es bis heute niemanden gibt, der ernsthaft behaupten würde zu wissen, wie man die Organisation in einem Unternehmen optimal strukturieren sollte. Was wir jedoch wissen ist, daß es keine Patentrezepte geben kann, um diese wichtige Aufgabe zu meistern. Den Pionieren des letzten Jahrhunderts kann man zumindest in dem Punkt zustimmen, daß es bei jedem funktionierenden Unternehmen eine Organisationsstruktur geben muß. Doch anstatt nach der "richtigen" Organisationsstruktur zu suchen, sollte ein gutes Management eher lernen, nach einer für die spezifische Aufgabe zugeschnittene Organisationsstruktur zu suchen. Sobald diese gefunden ist, sollte man sie weiterentwickeln. Immerhin können uns die von Drucker genannten Prinzipien helfen zu überprüfen, ob wir bei unseren eigenen Entwürfen einer Organisationsstruktur alle wichtigen Faktoren berücksichtigt haben.
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